Kühles Frühjahr: Freud und Leid mit Wetter. Gastronomie und Freibäder würden sich höhere Temperaturen wünschen. Die Landwirtschaft sieht die feucht-kühle Witterung mit durchaus gemischten Gefühlen.

Von Susanne Müller, Max Stepan und Josef Rittler. Erstellt am 02. Juni 2021 (05:35)
BEZIRK BRUCK - Kühles Frühjahr: Freud und Leid mit Wetter
Bauernkammer-Obmann Gerhard Mörk sieht die kühl-feuchte Witterung für die meisten Kulturen durchaus positiv.  
Brigitte Wimmer

Das bisher recht kühle und feuchte Frühjahr wirkt sich sehr unterschiedlich aus. Freilich, in der Gastronomie, in der gerade jetzt die Schanigarten-Plätze gefragt wären, hätte man es gerne schon wärmer.

Seit der Gastro-Öffnung am 19. Mai hat auch die Patisserie und Eissalon „N°11 Patisserie“ in Gramatneusiedl wieder geöffnet. Nach der Eröffnung im letzten Jahr erfuhr das kleine Lokal große Beliebtheit im Ort, doch durch das schlechte Wetter im Frühling blieb der große Kundenansturm bislang aus, erklärt Lokalbesitzer Lukas Horak: „Die Terrasse konnten wir bislang nicht nutzen, da es dauernd geregnet hat. Dadurch hielt sich der Eisverkauf auch in Grenzen.“ Für die Zukunft ist Horak aber zuversichtlich, mit dem schönen Wetter werden auch wieder mehr Kunden kommen: „Wir erwarten uns für die kommenden Wochen wieder einen deutlichen Zuwachs.“

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Der Andrang zu Saisonbeginn war im Freibad Prellenkirchen durchaus überschaubar: Bürgermeister Johann Köck mit Enkel Oliver, Badegast Emilia und Bademeister Milos Bleho. 
Rittler

Auch für die Freibäder, die ohnehin wegen Corona erst später starten konnten, ist das Wetter nicht erfreulich. Der Andrang ist bislang sehr überschaubar. Am Samstag war im Freibad Prellenkirchen Saisonbeginn. Gerade eine Schwimmerin wagte sich ins Becken, aber immerhin zwei Tische auf der Terrasse der Kantine waren besetzt. „Wir blicken aber positiv in die Saison“, meint Bürgermeister Johann Köck (ÖVP). Sobald richtiges Badewetter herrsche, werde so wie letztes Jahr mit vielen Gästen gerechnet.

Selbst in der Landwirtschaft sieht man die feuchtkalte Witterung durchaus unterschiedlich. So hat sie etwa die Obstbäume in Mitleidenschaft gezogen. „Die Marillen hat der Frost ganz schön erwischt“, berichtet Claus Pelzmann, Chef  von „Obstbau und Gartenpflege Pelzmann“. Zwar sei es nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr, aber es sei mit Ernteausfällen bis zu 50 Prozent zu rechnen.

Auch Quitten und Zwetschken reagierten sensibel auf zu niedrige Temperaturen im Frühjahr. Die Apfelbäume wiederum vertragen den Regen schlecht. „Sie leiden unter Pilzbefall, besonders Mehltau, außerdem machen ihnen die Blattläuse zu schaffen“, erklärt Pelzmann. Allerdings sei der Schaden nicht überall gleich groß: „Das hängt auch von der Lage und von den Sorten ab.“

Ansonsten sei man über das heuer ungewöhnlich feucht-kühle Wetter aber recht froh. „Die Ackerflächen im Bezirk Bruck liegen im pannonischen Trockengebiet und leiden üblicherweise unter einem zu warmen und trockenen Frühjahr. Die feucht-kühle Witterung der vergangenen Wochen liefert für die Entwicklung unserer Kulturpflanzen daher optimale Voraussetzungen“, sagt Bauernkammer-Obmann Gerhard Mörk, dass man den Pflanzen zur Zeit regelrecht beim Wachsen zusehen könne.

Natürlich gelten die guten Wachstumsbedingungen derzeit auch für die nicht erwünschten Pflanzen auf den Äckern. Für Pflanzenschutzmaßnahmen bleibe nun nur ein kurzes Zeitfenster. „Speziell für den Biolandbau mit seinem steigenden Anteil an Sommerungen, also Kulturen die erst im Frühjahr angebaut werden, wie z.B. Mais, Soja, Sonnenblumen oder Zuckerrüben, ist das heurige Frühjahr daher eine besondere Herausforderung“, so Mörk, der an die Konsumenten appelliert, die steigende Zahl der Direktvermarkter in der Region zu nutzen.

„Denn nur wenn regionale Produkte direkt beim Bauern eingekauft werden, geht der überwiegende Erlös auch an diesen“, verweist Mörk auf den Direktvermarkter-Überblick auf www.kostbares.at

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