Corona-Impfung: "Ein Standort ist zu wenig"

Hainburg für Bezirksvertreter als zentrale Anlaufstelle „unglücklich“ gewählt.

Erstellt am 07. April 2021 | 04:22
Impfung als Eintrittspass für Lokale und Veranstaltungen
Symbolbild
Foto: dpa

Im Land will man bei der Impfstrategie neue Wege gehen. Wie in der Vorwoche bekannt wurde, ist pro Bezirk ein Impfzentrum geplant. Dieses soll sieben Tage pro Woche offen sein. Leidtragende war in diesem Fall die Bezirkshauptstadt Bruck, die eine Impfstraße im Stadttheater bereits durchorganisiert hatte und aufgrund des Strategiewechsels das Vorhaben ad acta legen musste – man hätte nämlich keine Impfstoffe geliefert bekommen.

Im Bezirk soll das vom Land organisierte Impfzentrum in der Hainburger Kulturfabrik entstehen. Der Vorteil: Es gehört dem Land, Mietkosten fallen daher keine an. Der Nachteil: Für einen Großteil der Bevölkerung im Bezirk liegt es äußerst ungünstig. Alleine von Schwechat braucht man – ohne Verkehr – etwas mehr als eine halbe Stunde. Doch gerade im Umfeld der 20.000-Einwohnerstadt wohnen viele Menschen. Allerdings ist man beim Auswählen eines Impfstandortes nicht an die Bezirksgrenzen gebunden, so könnte man auch etwa nach Laxenburg oder Baden fahren.

Schwechat hat Land Location angeboten

In Bruck und Schwechat spricht man sich dennoch übereinstimmend für jeweils einen Standort in jeder ihrer Gemeinden aus. Die Braustadt hat dem Land auch bereits einen Vorschlag für einen möglichen Standort unterbreitet: das Schloss Freyenthurn in Mannswörth. „Es entspricht dem Anforderungsprofil des Landes. Es gibt genug Parkplätze, bietet genug Platz und man hat mehrere Ein- und Ausgänge“, unterstreicht Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ). Aber: Entscheiden muss es das Land, die Gemeinden haben darauf keinen direkten Einfluss.

Auf NÖN-Anfrage erklärt man vonseiten der Impfkoordinationsstelle Notruf NÖ die Standorte als fix. Auch wenn Schwechat in der engeren Auswahl gewesen sei, fiel die Entscheidung eben auf Hainburg. Im Vorfeld hätte es dazu Verhandlungen mit den Landesorganisationen der Gemeindevertreterverbände von ÖVP und SPÖ gegeben. Zudem werde bei Hausärzten ebenfalls weitergeimpft.

Der Bezirksvorsitzende des roten Gemeindevertreterverbandes (GVV), Jürgen Maschl, hält die Impfzentren zwar für „eine gute Einrichtung“, den Standort in Hainburg allerdings für nicht glücklich gewählt. „Wenn ich bedenke, dass knapp 90.000 Leute zum letzten Zipfel unseres Bezirkes fahren müssen, dann ist die Auswahl nicht gelungen“, hält er fest.

Für sein ÖVP-Pendant, Gemeindebund-Bezirksobmann Johann Köck, sei das Impfzentrum in Hainburg ein erster Schritt. „Vom Bevölkerungsschlüssel her hätte es durchaus Sinn, auch im Raum Schwechat ein weiteres Zentrum einzurichten“, hält er fest. Gleichzeitig betont er, dass dies jedoch natürlich vom verfügbaren Impfstoff abhängig sei.