Corona-Lockdown trifft Wirte und Kultur am härtesten. In der Gastronomie zeigt man für die Maßnahmen wenig Verständnis. Theater Forum hofft auf ein „blaues Auge“.

Von Susanne Müller und Gerald Burggraf. Erstellt am 04. November 2020 (05:45)
Noch in der Vorwoche wurden im Schwechater Restaurant Felmayer Trennwände als zusätzliche Schutzmaßnahme aufgestellt. Das ist, zumindest im November, obsolet – „aber wir können sie später auch noch brauchen“, nimmt es Wirtin Eva Wimmer gelassen.
Thomas Aschenbrenner

„Der Lockdown war zwar erwartbar, aber doch eher unverständlich“, sagt Eva Wimmer. Die Wirtin des Restaurant Felmayer in Schwechat verweist diesbezüglich darauf, dass es in der Speise-Gastronomie kaum Ansteckungen gegeben habe und die Vorgaben eingehalten wurden. Zumindest von den meisten, denn das Verhalten der Schwarzen Schafe in der Branche wäre natürlich wenig förderlich gewesen.

„Wir machen das Beste draus“, gibt sie sich zuversichtlich. Die Lokalchefs Eva Wimmer und Thomas Aschenbrenner setzen wie schon im ersten Lockdown auf ein Abholservice. Speisen können seit 4. November von Montag bis Sonntag von 11.30 bis 19 Uhr abgeholt werden. Zusätzlich werden dieses Mal auch Lieferungen angeboten – die sind von Montag bis Freitag von 15 bis 19.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11.30 bis 19 Uhr möglich.

Finanzielle Unterstützung hat die Bundesregierung von ÖVP und Grünen allen betroffenen Branchen zugesagt. In der Gastronomie sollen 80 Prozent des Umsatzes vom November des Vorjahres zugeschossen werden. Das gilt auch, wenn ein Liefer- oder Abholdienst eingerichtet wird und das Lokal damit nicht gänzlich geschlossen bleibt.

„Wenn wir 80 Prozent bekommen, freuen wir uns natürlich“, sagt Sylvia Tachere, Wirtin der Stadthalle in Bruck, auch wenn sie diesbezüglich wohl etwas skeptisch ist. Insgesamt sei die Situation für sie „ganz schlimm. Wir werden wieder liefern, aber dadurch, dass jetzt schon so viele liefern, bleibt für jeden Einzelnen auch nicht mehr viel.“

Die Stadthalle sei jedenfalls immer schon eine Veranstaltungshalle gewesen. „Und die Veranstaltungen fallen jetzt eben alle weg“, sagt Tachere. Eigentlich wäre sie bis zum kommenden Jahr schon ausgebucht gewesen. „Die Halle ging gut. Deshalb konnte ich mir ein bisschen etwas auf die Seite legen“, meint Tachere, dass dieser Lockdown damit „zum Überleben“ sein müsste. Insgesamt sieht sie die gesellschaftlichen Auswirkungen aber nicht so rosig. „Ich glaube, das wird nicht gut enden. Alles, was Freude macht, nehmen sie uns weg. Die Leute sind schon richtig bösartig.“

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