Fastenzeit: 40 Tage bewusster Verzicht. Ob aus gesundheitlichen, religiösen oder sonstigen Gründen: Viele aus dem Bezirk Bruck an der Leitha nutzen die Zeit bis Ostern, um zu fasten.

Von Stefanie Cajka, Max Stepan, Brigitte Wimmer und Josef Rittler. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:45)
Dechant Paul Gnat.
Cajka

Keine Süßigkeiten, kein Fleisch, kein Alkohol – so oder so ähnlich lauten die Vorsätze, die viele Menschen für die Zeit bis Ostern gefasst haben. Denn mit dem Aschermittwoch ist es wieder soweit: Die Fastenzeit beginnt.

„Jedem von uns tut ein bisschen Verzicht gut. Die Kirche hat immer betont, dass es nichts Negatives, sondern etwas Positives ist“, erklärt Dechant Paul Gnat zum Thema Fasten im Gespräch mit der NÖN.

Jeder muss da selbst in sich hineinhören, was für eine Art des Fastens für ihn oder sie am besten passt." Brigitte Krenn, Chefin des Schwechater Weltladens

Die Fastenzeit hat schon eine sehr lange Tradition. In der Kirche stelle sie einen zentralen Punkt für das spirituelle Leben dar, wie Gnat erklärt. „In unserer modernen Kultur haben wir fast alles und bekommen alles, was Getränke, Essen, Kleidung und Vergnügungsmittel angeht. Der Körper braucht Entbehrungstage, also das Fasten, damit uns bewusst wird, dass die Zeiten nicht immer nur da sind, um gut gelaunt zu sein – wie im Fasching –, sondern dass es auch traurige Zeiten gibt“, führt der Dechant aus. Er beschreibt diesen Prozess als eine Möglichkeit, sich zu überlegen, was im Leben wichtig ist. „Das lehrt uns, bewusster zu leben“, so Gnat. Gleichzeitig mache das Fasten „die Sinne scharf“ und schaffe dadurch eine „frische Beziehung zu Gott“. Er selbst verzichtet in der Fastenzeit auf Süßigkeiten und Alkohol. „Das tut für Leib und Seele sehr gut“, spricht der Dechant aus Erfahrung.

Auch Brigitte Krenn, ehemalige Schwechater Vizebürgermeisterin und nun Geschäftsführerin des Weltladens in Schwechat, nutzt die Zeit bis Ostern, um zu fasten. „Ich faste aus religiösen Gründen und ziehe gleichzeitig den Nutzen daraus, abzunehmen. Heuer habe ich mir vorgenommen, von Aschermittwoch bis zum Ostersonntag auf Schokolade zu verzichten. Das wird sehr hart, da ich eine Süße bin“, erzählt sie. Jedes Jahr nehme sie sich vor, auf etwas anderes zu verzichten. „Früher habe ich auch bei den Fastenwochen in der Pfarre mitgemacht. Das ist aber nicht so gut für mich geeignet“, erzählt Krenn. Sie plädiert vielmehr für einen individuellen Zugang zu diesem Thema. „Jeder muss da selbst in sich hineinhören, was für eine Art des Fastens für ihn oder sie am besten passt“, so die Geschäftsführerin des Weltladens.

Ähnlich verhält es sich bei Elisabeth Redl, ÖVP-Gemeinderätin in Moosbrunn, die auch in der Pfarre aktiv ist: „In der Fastenzeit verzichte ich auf den Verzehr von Alkohol und auch auf Süßigkeiten. Dies mache ich schon seit vielen Jahren. Die Gründe dafür sind einerseits religiös, aber auch aus gesundheitlichen Gründen.“

Mentaltrainer Gerald Sutter.
privat

Einen persönlichen Zugang zum Thema Fasten hat Mentaltrainer Gerald Sutter aus Petronell-Carnuntum. Er selbst fastet zwar nicht, er ist aber der Meinung, dass es anderen durchaus helfen kann. „Wenn man über das ganze Jahr vorwiegend eine gesunde Lebensführung hat, braucht man nicht zusätzlich zu fasten. Aber: Wenn das nicht möglich ist, ist eine Zeit lang zu fasten durchaus sinnvoll, damit Körper, Geist und Seele sich wieder erholen können“, erklärt er.

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