Ferienbetreuung: Gemeinden erheben erst Bedarf. In den Kindergärten soll es heuer keine Betreuungslücke geben.

Von Adalbert Mraz, Otto Havelka, Max Stepan, Susanne Müller und Nicole Frisch. Erstellt am 10. Juni 2020 (05:45)
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Aktuell sind die kleinen Prinzendorfer noch in den Räumen der örtlichen Pfarre untergebracht. Läuft alles nach Plan, haben sie bereits nächstes Jahr ein eigenes, modernes Domizil.
Shutterstock/Oksana Kuzmina

Vier Wochen vor dem Beginn der Sommerferien verkündete VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, dass es dieses Jahr in den Landeskindergärten eine durchgehende Betreuung geben werde – zumindest für jene Kinder, bei denen beide Elternteile arbeiten.

In den Gemeinden des Bezirks wird seither erhoben, wie viel Bedarf es dafür tatsächlich gibt. In der Bezirkshauptstadt Bruck geht es wie in vielen Gemeinden eigentlich „nur“ um die drei Wochen in der Mitte der Ferien. Die restliche Zeit gibt es ohnehin immer eine Ferienbetreuung. „Wenn es Bedarf gibt, werden wir die Betreuung wahrscheinlich an einem Kindergarten-Standort zusammenziehen“, erklärt SP-Bürgermeister Gerhard Weil.

Die Information, dass die Kindergartenpause heuer entfällt, hätten wir früher erhalten müssen.“ SP-Bürgermeister Thomas Schwab, Gramatneusiedl

In Wolfsthal laufen derzeit ebenfalls die Erhebungen. „Derzeit gibt es drei Kindergartengruppen, die Regelung für die Ferien wird von der Anzahl der Kinder abhängig sein, die tatsächlich eine Betreuung benötigen“, so VP-Bürgermeister Gerhard Schödinger. Er ist auch nicht abgeneigt, mit anderen Gemeinden zu kooperieren.

Auch in Hundsheim sind die Erhebungen im Gang. SP-Bürgermeister Gerhard Math strebt eine individuelle Regelung an und wird diese von der Anzahl des Bedarfes abhängig machen.

In Bad Deutsch-Altenburg sieht es derzeit nicht nach einem großen Andrang aus. „Ich bin überrascht, dass von 70 Kindern bis jetzt nur für fünf ein Bedarf gemeldet wurde. Sollte aber mehr notwendig sein, kann organisatorisch und personell jederzeit reagiert werden“, berichtet SP-Bürgermeister Hans Wallowitsch. Er führt den geringen Bedarf darauf zurück, dass sich die Eltern bereits eine Betreuung für ihre Kinder außerhalb der Kindergartenorganisation gesichert haben.

In Leopoldsdorf wird im Sommer jedes Jahr eine Ferienbetreuung angeboten. Daher ändert sich für die Marktgemeinde durch die Regelung nicht viel. „Wir werden so viele Gruppen aufmachen wie notwendig“, sagt VP-Bürgermeister Fritz Blasnek. Auch in Himberg wurde schon bisher eine durchgehende Kinderbetreuung in den Sommermonaten angeboten. Je nach Bedarf, der derzeit erhoben wird, ist zumindest ein Kindergarten in Himberg und in der Katastralgemeinde Pellendorf geöffnet. Kinder aus Velm müssen nach Himberg gebracht werden. „Wir haben 13 Kindergartengruppen in der Gemeinde. Da tun wir uns auch mit dem Betreuungspersonal leichter als kleine Gemeinden“, erklärt SP-Bürgermeister Ernst Wendl.

Sein Amtskollege in der Nachbargemeinde Ebergassing, SP-Bürgermeister Roman Stachelberger, hat bis dato sechs Anmeldungen für die Ferienbetreuung im Kindergarten. Das ist genug, um in den Genuss der Landesförderung zu kommen, die es ab fünf betreuten Kindern gibt. An eine Kooperation mit anderen Gemeinden denkt Stachelberger nicht. „Wenn kurzfristig noch ein paar Kinder dazukommen, haben wir auch kein Problem.“

Bereits letztes Jahr gab es in Moosbrunn für die Kinder eine Ferienbetreuung, für VP-Bürgermeister Paul Frühling war dies ein wichtiger Punkt in seiner Anfang 2019 neu begonnenen Amtszeit. Letzten Sommer nahmen zehn Kinder die Betreuung in Anspruch und auch dieses Jahr wird es dieses Angebot wieder geben: „Schon letztes Jahr hat alles sehr gut geklappt und auch dieses Jahr werden wir für die Kinder mit Bedarf diese Betreuung organisieren.“

Von Gramatneusiedls SP-Bürgermeister Thomas Schwab wird vor allem die Kommunikation zwischen der Landesregierung und den Gemeinden kritisiert: „Die Information, dass die Kindergartenpause heuer entfällt, hätten wir früher erhalten müssen. Nun müssen wir in kürzester Zeit die Ferienplanung neu organisieren.“ In Gramatneusiedl war die Planung der Ferienbetreuung bereits im März abgeschlossen und dem Personal wurde in der dreiwöchigen Pause freigegeben. „Die Art und Weise wie wir diese Informationen erhalten haben, sehe ich als falsch. Wir erfahren solche Dinge ausschließlich über die Pressekonferenzen und nun haben wir sehr wenig Zeit, alles neu zu organisieren“, kritisiert Schwab die Vorgangsweise.

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