Gastronomie: Die Angst vor „Orange“. Die Registrierungspflicht für Gäste wird bei den Wirten im Bezirk Bruck an der Leitha unterschiedlich bewertet.

Von Stefanie Cajka, Sophie Müller und Gerald Burggraf. Erstellt am 30. September 2020 (05:45)
Eva Wimmer und Thomas Aschenbrenner vom Restaurant Felmayer in Schwechat nehmen die neuen Regeln pragmatisch zur Kenntnis, befürchten aber einen hohen administrativen Aufwand.
GB

Die Infektionszahlen schnellen seit Wochen rasant in die Höhe. Auch im Brucker Bezirk gab es in den vergangene 14 Tagen 89 neue Coronafälle (Stand Montag). Seit Beginn der Pandemie gab es bezirksweit 354. Zum Vergleich: Am 13. August waren es 162.

Noch steht die Corona-Ampel im Bezirk auf Gelb. Wird sie allerdings auf Orange umgestellt, treten die verschärften Landesvorschriften in Kraft (siehe auch Seiten 2/3). Darin werden unter anderem die Gastronomen verpflichtet, jeden Gast namentlich zu registrieren.

Eva Wimmer, Chefin im Schwechater Restaurant Felmayer, sieht es pragmatisch. So mache es zur Nachverfolgung von Coronainfektionen sicher Sinn und machbar sei es auch. Aber: „Der Aufwand wird enorm. Wir müssen die Zettel dann ja auch einen Monat aufbewahren.“ Viel zum genauen Ablauf wisse sie noch nicht, die exakten Richtlinien kommen erst.

Die Brucker Harrachkeller-Wirtin Hilde Neuhold hofft, dass der Bezirk nicht orange wird. Den Maßnahmen, wie die Registrierung der Gäste, kann sie wenig abgewinnen. „Ich finde das schrecklich. Mir haben schon so viele Gäste gesagt, wenn das kommt, dann kommen sie nicht mehr“, erzählt sie. Die Gäste hätten kein Verständnis dafür, dass auf der einen Seite ständig vom Datenschutz die Rede sei und man sich dann registrieren lassen müsse, wenn man essen geht. Sie habe zuletzt schon einen leichten Rückgang der Gästezahlen bemerkt. „Wenn das jetzt noch verschärft wird, befürchte ich Schlimmeres“, so Neuhold.

Der Göttlesbrunner Gastronom Johannes Jungwirth hält die Diskussion für überzogen. „Ich finde das nicht so tragisch, mich stört es nicht“, erklärt er. Die meisten Gäste, die sein Restaurant „Der Jungwirt“ besuchen, reservieren ohnehin vorab einen Tisch. Dadurch seien die Kontaktdaten sowieso hinterlegt. Im Lokal selbst wurde in Luftreinigungsgeräte investiert. „Wir tun, was wir können, damit da nichts passiert. Wir hoffen, dass es den Leuten Sicherheit gibt, sodass wir sie weiterhin bei uns begrüßen dürfen.“

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