Handel: Aufsperren, verkaufen und hoffen. Im Bezirk Bruck an der Leitha haben sich die Unternehmer auf Corona eingestellt – aber die Öffnung ist wohl nur eine Übergangsphase bis zum nächsten Lockdown.

Von Nicole Frisch und Gerald Burggraf. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:45)
Die Schwechater Buchhändlerin Elisabeth Strini vermisste im Lockdown vor allem die direkten Kundenkontakte.
Burggraf

Nach mehr als einem Monat im Corona-bedingten Lockdown gingen am Montag die Türen des Handels und der sogenannten „körpernahen Dienstleister“ wieder auf. Die Geschäftsinhaber sowie Friseure oder Masseure müssen zwar einige Auflagen erfüllen, dennoch ist die Freude über den neuerlichen Neustart groß.

Wenn auch mit geteilten Gefühlen und einer unsicheren Zukunft. „Der Kopf sagt aufsperren. Der Bauch allerdings, dass die Infektionszahlen zu hoch sind. Aber man gewöhnt sich an das Auf- und Zusperren“, sagt Elisabeth Strini. Generell sieht die Obfrau der Schwechater Wirtschaftsplattform (WPF) und Inhaberin der Buchhandlung am Hauptplatz die Unternehmen gut aufgestellt. „Wir erfüllen alle Kriterien und haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir das tun“, hält sie fest. In ihrem Laden wird eine FFP2-Maske getragen, der Abstand eingehalten sowie mehr Bewegungsraum durch weniger Buchständer geschaffen. Letzteres haben auch andere Unternehmer in ihren Geschäften umgesetzt, weiß die WPF-Chefin. In ihrer Buchhandlung sind seit Montag maximal zwei Kunden gleichzeitig erlaubt. Vor Weihnachten waren es noch vier.

Doch Strini ist überzeugt, dass diese Beschränkung problemlos funktionieren wird – dank der Kunden. „Die Kunden machen mit. Man schaut sich zwar in Ruhe um, geht dann aber zügig raus“, erzählt die Schwechaterin. Und gerade ihr Metier ist ein beratungsintensives, das in Corona-Zeiten „normal und doch anders“ verläuft. „Früher habe ich den Kunden über deren Schulter ein Buch aus dem Regal geholt und in die Hand gedrückt. Jetzt weise ich darauf hin und die Kunden nehmen es selbst“, berichtet Strini.

Generell fürchtet die Buchhändlerin, dass die neuerlichen Lockerungen einmal mehr eine Übergangsphase darstellen werden. „Die zu hohen Zahlen und die neuen Mutationen – das wird nicht gut gehen“, glaubt sie. Wenngleich Strini hofft, dass es nicht so kommt. „Wenn doch, dann ist es eben so“, gibt sich die Unternehmerin mittlerweile pragmatisch.

Im Schuhhaus Matzenauer auf der Mannersdorfer Hauptstraße ist die Freude groß, die Kunden wieder persönlich betreuen zu können. „Es ist schön, dass wir wieder unserem Firmenzweck nachgehen können“, sagt Geschäftsführer Josef Klementovics. Pro Kunde müssen nun 20 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass sich maximal sechs erwachsene Kunden gleichzeitig in der Schuhhandlung aufhalten dürfen. Sorgen bereitet dies Klementovics allerdings nicht, da sich die Kunden erfahrungsgemäß gut über die Öffnungszeiten verteilen. „Die maximalen Spitzen erreichen wir eher bei Events“, lässt er wissen. Für die Kinderschuhabteilung, die sich in einem eigenen Raum befindet, wurde bereits im letzten Jahr geschäftsintern eine eigene Regelung getroffen: Es werden maximal zwei Familien gleichzeitig betreut.

Der Liefer- und Abholservice wird dennoch beibehalten. „Wir wollen damit Kundengruppen bedienen, die nicht ins Geschäft kommen wollen oder können“, erklärt Klementovics.

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