Impftermin gestrichen: Lehrerschaft schäumt. Die Lehrergewerkschaft protestiert gegen Verschiebung der Corona-Impfung, auch die Lehrer im Bezirk Bruck herrscht Unverständnis. Bei Notruf 144 verweist man auf nationalen Impfplan.

Von Susanne Müller. Erstellt am 17. März 2021 (05:12)
Die Lehrerschaft von Gymnasium, Handelsschule und Handelsakademie kann diese Woche doch nicht wie eigentlich geplant zur Corona-Impfung gehen. Eine Anmeldung für neue Impftermine war allerdings am Montag möglich.
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„Wir sind an der Front. Es erkranken immer wieder Schüler“, versteht Michael Strobl, GPA-Vorsitzender im Gymnasium die Streichung des lange herbeigesehnten Impftermins für die Lehrer von AHS und BMHS nicht. Eigentlich hätten die Lehrerinnen und Lehrer des Brucker Gymnasiums, sowie jene der HASCH und HAK am 19. und 20. März gegen Corona geimpft werden sollen. Ebenso wie ihre Kollegenschaft in Niederösterreich.

Am Donnerstag wurde der Termin aber überraschend abgesagt. Begründet wurde die Absage damit, dass der Impfstoff von AstraZeneca nun auch für die Altersgruppe über 65 eingesetzt werden darf und diese nun Vorrang habe. „Das verstehen wir natürlich. Wir missgönnen niemandem den Impfstoff“, betont Strobl. Dennoch habe man kein Verständnis für die Ungleichbehandlung, die man sowohl bei den einzelnen Lehrergruppen ausmache, als auch in den verschiedenen Bundesländern.

Zum einen seien etwa die Volksschullehrer bereits großteils geimpft. Für die Lehrer der Sekundarstufen I und II heiße es nun weiterhin warten. In anderen Bundesländern werde sehr wohl an der Entscheidung, prioritär die Lehrerinnen und Lehrer zu impfen, festgehalten. „Meine Frau unterrichtet in Wien und ist schon geimpft“, so Strobl. „Die Frustration in den Konferenzzimmern ist äußerst groß, zumal im Vorfeld durch die Bundesregierung klargestellt wurde, dass die bereits vereinbarten Termine trotz Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes für über 65-Jährige halten werden“, heißt es in der Protestnote der Gewerkschaft, die als offener Brief an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ging.

Betroffen sind davon auch die Handelsakademie und die Handelsschule, die sich im gleichen Gebäude befinden. „Ja, wir Schulen haben wahrscheinlich das gleiche Schreiben der Bildungsdirektion NÖ erhalten“, bedauert auch HAK-Direktorin Ulrike Wiedersich, dass die Impfung nicht stattfinden kann.

Bei der Bildungsdirektion verweist man an die Impfkoordinatoren von Notruf NÖ. Deren Pressesprecher Stefan Spielbichler erklärt auf NÖN-Anfrage: „Durch die Bestätigung des nationalen Impfgremiums, dass Astra Zeneca für über 65+ uneingeschränkt freigegeben wurde, werden laut verordnetem nationalen Impfplan diese und Risikopersonen vorrangig vor dem Bildungsbereich geimpft. Die Impfung des restlichen Bildungspersonals folgt zeitnahe, sobald ausreichend Impfstoff für diese Gruppe vorhanden ist.“ Das Personal von Kindergärten, Tagesbetreuungen und Volksschulen, so Spielbichler, werde weiterhin geimpft bzw. behalte bereits ausgegebene Impftermine.