Lockdown: Bürgermeister-Sprechtag auf dem Marktplatz. Wie treten die Bürgermeister im Bezirk Bruck an der Leitha mit der Bevölkerung in Kontakt?

Von Gerald Burggraf, Susanne Müller und Josef Rittler. Erstellt am 04. November 2020 (04:45)
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Die Coronapandemie hat Österreich fest im Griff. Seit der Vorwoche gilt im Bezirk die rote Ampelfarbe, seit gestern befindet sich das Land erneut im Lockdown. Die virusbedingten Einschränkungen treffen auch die Politik in ihrem ureigensten Bestreben, mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Schließlich sind sie auch in der Krise für vieles erste Ansprechpartner.

In Schwechat greift Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) auf das Stadtfernsehen SW1 zurück. So geht zumindest einmal pro Woche ein Interview on air, bei dem Baier über den neuesten Stand der Dinge berichtet. „Bei aktuellen Ereignissen informieren wir natürlich öfter“, betont sie. Neben dem Empfang über Kabel-TV betreibt SW1 auch einen Youtube-Kanal und die Videos werden auf der Homepage der Stadtgemeinde veröffentlicht. Generell ist die Kommune bestrebt, über Facebook & Co. sowie die Website zu informieren. Baier kommuniziert mit der Bevölkerung ebenfalls intensiver über soziale Netzwerke oder per Telefon. „Meine Sprechstunden halte ich telefonisch ab. Ich versuche, wenn ich nicht erreichbar bin, innerhalb eines Tages zurückzurufen“, erzählt die Stadtchefin. Bei dringenden Anfragen, die persönlich besprochen werden müssen, biete sich zudem ein Spaziergang im Freien an.

Ihr Alltag sei jetzt anders herausfordernd als vor der Pandemie. Generell gebe es derzeit mehr Ernst im Arbeitsbereich und weniger Spaß durch etwaige Veranstaltungen.

„Das Gemeindeamt war auch in der Coronakrise immer offen“, erklärt Scharndorfs Bürgermeister Leopold Zwickelstorfer (ÖVP). „Zu den Parteienverkehrszeiten kann jede Bürgerin und jeder Bürger vorbeikommen, um Anliegen vorzubringen oder etwas abzuholen.“ Allerdings muss vor Betreten des Gebäudes erst angeläutet werden. Die eigentlichen Amtsräumlichkeiten bleiben für Besucher tabu: Im Eingangsbereich wurde ein Tisch aufgestellt, wo Gemeindemitarbeiter hinter einer Schutzwand aus Kunststoff die Anliegen entgegennehmen. „Selbstverständlich wird auch bei uns auf die Einhaltung der Anti-Corona-Maßnahmen geachtet, das bedeutet Maskenpflicht und Desinfektion“, sagt Zwickelstorfer.

Gerhard Weil, SP-Bürgermeister der Bezirkshauptstadt Bruck, hat auch schon vor Coronazeiten einige zusätzliche Wege gefunden, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. „Ich bin viel mit dem Rad oder zu Fuß in der Stadt unterwegs“, sagt Weil, dass es dabei viel Gelegenheit gebe, im Freien mit den Bürgern in Kontakt zu treten. „Jeden Samstag bin ich am Wochenmarkt am Hauptplatz. Da hält man Abstand, aber man kann plaudern und nebenbei noch die Produkte genießen. Es kommen immer mehr Leute hin. Dort trifft man sich und kann Infos austauschen“, hält Weil quasi auch „Sprechstunden“ am Marktplatz. Seine regulären Sprechstunden werde er voraussichtlich ab dieser Woche auf telefonisch und, wenn möglich, virtuell umstellen – in Abhängigkeit davon, wie es mit den Maßnahmen der Bundesregierung weitergeht. Das Rathaus selbst ist nämlich schon seit einigen Tagen wieder für den Parteienverkehr geschlossen. „Persönliche Gespräche sind nur mehr nach telefonischer Terminvereinbarung möglich“, so Weil. Und die werden im Repräsentationsraum im Erdgeschoß abgehalten.

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