Tourismus: Corona hält die Gäste fern. Bei Ausflugszielen und Hotels blieb das erste Halbjahr im Bezirk Bruck/Leitha weit unter der Norm.

Von Josef Rittler und Nicole Frisch. Erstellt am 16. September 2020 (05:45)
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Von der Corona-Krise blieb auch die Römerstadt Carnuntum nicht verschont. Statt wie vorgesehen im März wurde erst Anfang Juni geöffnet, alle großen Veranstaltungen wie das Römerfestival und das Fest der Spätantike mussten abgesagt werden. Diese ziehen jedes Jahr tausende Besucher an. „Die Gruppenreisen sind fast völlig zum Erliegen gekommen“, berichtet Sprecherin Anna-Maria Grohs. Während im Durchschnitt jährlich 190.000 Besucher verzeichnet werden, sind es heuer seit Eröffnung erst 50.000.

Dennoch ist die Saison nicht ganz abzuschreiben. „Wirklich überrascht waren wir über die vielen Individualbesucher, das waren im Sommer mehr als in den Jahren davor“, sagt Grohs. Vor allem die speziellen Familienangebote und -führungen seien gut angekommen. Auch das Ferienspiel sei stark nachgefragt worden. „Wir müssen schauen, was der Herbst noch bringt. Für den 20. September ist noch ein Kindertag geplant. Dank unseres großen Geländes können wir gut Abstand halten und werden auch die Angebote zeitlich staffeln.“

Im Nationalpark Donauauen war ebenfalls coronabedingt ein Wegfall bei Gruppen und vor allem Schulklassen von bis zu hundert Prozent zu verzeichnen. Im Nationalparkzentrum Schloss Orth waren es im Vergleich zu 2019 rund 5.000 Gäste weniger. Wie in der Römerstadt ließen es sich aber viele dennoch nicht nehmen, einen Tag in der freien Natur zu verbringen. „Zwar mussten wir die Veranstaltungen absagen, unser Ferienprogramm ist aber gut ankommen“, erzählt Ursula Grabner von der Bereichsleitung Besucher und Kommunikation. „Gemeinsam mit der Plattform Naturvermittlung und der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik haben wir kontaktlose Führungen in Kleingruppen konzipiert. Die Bootstouren waren auf Wochen ausgebucht. Wir sind aber auch mit weniger Personen, fünf pro Kanu, als sonst gefahren.“ Insgesamt waren bis jetzt 3.000 Teilnehmer zu verzeichnen.

Bei den Ausstellungen im AG34-Haus, einem ehemaligen Ziegelarbeiterwohnheim, gibt es bei der Besucherzahl „Potenzial nach oben“, so Leopoldsdorfs VP-Bürgermeister Fritz Blasnek. Die Ausstellungen über die Geschichte des Ortes und die Ziegelindustrie sowie über die Firma Wienerberger wurden während der Sommermonate „nicht gut besucht“. „Das Wetter war an manchen Tagen zu schön“, sagt Blasnek. Hinzu kommt, dass die Ausstellung immer nur samstags geöffnet hat. Für Oktober und November hofft man auf mehr Besucher. Bis November hat die Ausstellung noch geöffnet.

Und auch in den Nächtigungsbetrieben war heuer vor allem ein Thema präsent. „Corona haben wir schon stark gespürt“, sagt auch der Hotelier Markus Fläckel. Sein Unternehmen betreibt ein Hotel in Wien, das Arionhotel am Flughafen, ein Hotel in Fischamend, das Hotel „Marc Aurel Aurel“ in Petronell-Carnuntum und das Hotel „Altes Kloster“ in Hainburg mit insgesamt 930 Betten.

„Normal haben wir über 90 Prozent Auslastung um diese Zeit, jetzt sind es gerade einmal zwölf Prozent.“ In Wien sei es im Juni etwas besser gewesen, in Petronell im August. Die ausländischen Gäste kämen vorwiegend aus Tschechien, Italien, Slowenien und Deutschland. „Uns fehlen die Gäste aus Asien, Amerika und Russland“. Die 85 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.

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