Wasserversorgung kaum ein Problem. Großteil der Gemeinden im Bezirk Bruck/Leitha setzt auf EVN als Wasserversorger. Nur sieben Kommunen sorgen für eigenes Trinkwasser.

Von Otto Havelka, Josef Rittler und Gerald Burggraf. Erstellt am 17. Juni 2020 (05:45)
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Hainburgs Wassermeister Andreas Mayer vor dem Computer hat das Leitungsnetz immer im Blick.
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Ohne Wasser gibt es kein Leben – was auf den ersten Blick sehr philosophisch klingt, entspricht dennoch ohne Wenn und Aber der Wahrheit. Daher nimmt die Wasserversorgung in den Gemeinden auch einen hohen Stellenwert ein. Und in 26 von 33 Kommunen des Bezirks setzt man daher auf die EVN als Wasserversorger.

Während in Wienerherberg erst im Vorjahr eine Naturfilteranlage für Trinkwasser in Quellwasserqualität in Betrieb genommen wurde, errichtet die EVN derzeit eine weitere Anlage in Petronell-Carnuntum. Sie soll im Dezember 2021 fertig sein. Gleichzeitig kümmert sich die EVN in „ihren Gemeinden“ um sämtliche Belange der Wasserversorgung.

In der Coronakrise, in der viel gegartelt wurde, sind wir teilweise an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen.“ Felix Medwenitsch, ÖVP-Bürgermeister in Hof

Für ihr eigenes Trinkwasser sorgen hingegen Au, Berg, Fischamend, Hainburg, Hof, Mannersdorf und Schwechat. In der Mittelalterstadt Hainburg greift man dafür auf eigene Vorkommen zurück. Zwei Brunnen, eine Quellfassung, zwei Drucksteigerungsanlagen, etwa 60 Kilometer lange Leitungen und drei Hochbehälter mit einem Speichervolumen von insgesamt 3.800 Kubikmetern versorgen an die 2.700 Liegenschaften.

Im Sommer werden täglich um die 4.000 Kubikmeter Wasser pro Tag verbraucht. Rekord waren Mitte der Neunziger 4.800 Kubikmeter an einem heißen Sommertag. Vor vier Jahren war das Trinkwasser mit schädlichen Keimen belastet, doch der Missstand konnte behoben werden. Die Qualität ist jetzt einwandfrei, vier Mal im Jahr wird geprüft. „Die Versorgung der Stadt ist gesichert“, erklärt Andreas Mayer, seit dem Jahr 2000 Wassermeister der Stadt.

Was die Menge betreffe, habe es auch noch nie Probleme gegeben. „Im Frühling steigt der Verbrauch an, das hat heuer im April begonnen“, sagt Mayer. Ob sich die Regenfälle der letzten Tage auswirken, könne man noch nicht sagen. „Das ist ein stetig fortschreitender Prozess. Das Befüllen der Pools fällt im Tagesverbrauch nicht auf.“

Keinerlei Probleme mit der Wasserversorgung gibt es auch in Schwechat. Hier wacht das Team um Wasserwerks-Leiter Rene Glasner darüber, dass täglich rund 5.000 Kubikmeter Wasser aus den Wasserhähnen, Gartenschläuchen etc. sprudeln. „Im Sommer können es bis zu 7.500 Kubikmeter sein“, erklärt Glasner im NÖN-Gespräch.

Vor einer Wasserknappheit muss man sich in der Braustadt nicht fürchten. „Wir haben noch genug Reserven“, weiß der Leiter des 1970 errichteten Wasserwerks. Die Versorgung erfolgt über einen Horizontalfilterbrunnen und drei Tiefbrunnen. Wobei 75 Prozent aus dem Horizontalfilterbrunnen kommen, der Grundwasser aus der ersten Ebene bezieht. Alle Brunnen befinden sich in der Mannswörther Au und damit im Nationalpark- oder Natura 2000-Schutzgebiet. Die Qualität ist laut Glasner hervorragend und wird alle zwei Monate von externen Experten geprüft. Im Notfall kann Schwechat übrigens auch auf das Wiener Hochquellwasser zurückgreifen, ein Relikt aus Zeiten der Zugehörigkeit zu Wien bis 1955.

Deutlich genauer auf ihr Wasser muss hingegen die Gemeinde Hof schauen. 2014 wurde ein dritter Brunnen in Betrieb genommen. Rund 1,8 Millionen Euro (exklusive Mehrwertsteuer und rund 20 Prozent Förderungen) wurden investiert, dazu gehörten auch die Installierung eines Hochbehälters mit 750 Kubikmeter Speichervolumen, eine Wasseraufbereitung und eine Erneuerung der Wasserleitungen. „Das sollte jetzt für die nächsten 50 bis 60 Jahre halten“, zeigte sich der damalige Bürgermeister Hubert Germershausen (ÖVP) zuversichtlich.

Sein Nachfolger und Parteikollege Felix Medwenitsch ist mittlerweile weniger optimistisch. Er schätzt die ausreichende Wasserversorgung nur noch „für 20 bis 25 Jahre“ gesichert. „In der Coronakrise, in der viel gegartelt wurde, sind wir teilweise an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen“, weiß er. Bei einem moderaten Wachstum der Gemeinde werde die Wasserversorgung „langfristig wieder ein Thema werden.“ Und er appelliert an die Bewohner: „Gießt die Blumen, aber nicht jeden Tag die Wiesen.“

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