Lockdown ist notwendig, aber schmerzhaft

Unternehmer im Bezirk Bruck können die Maßnahmen nachvollziehen. Kritik üben sie am Zeitpunkt.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:14
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Die Kleinneusiedler Friseurin Doris Fleischmann muss erneut eine Pause einlegen und ihr Geschäft vorübergehend schließen.
Foto: Nicole Frisch

Und schon wieder steht das wirtschaftlich so wichtige Weihnachtsgeschäft auf der Kippe. Der vierte Lockdown ist seit Montag in Kraft und endet wohl erst knapp zehn Tage vor Weihnachten.

Dennoch reagieren die Unternehmer im Bezirk relativ gelassen. Zumindest was das Prozedere betrifft. „Rational gesehen ist die Kontaktreduzierung ein gutes Mittel, um die Welle zu brechen“, meint die Kleinneusiedler Friseurin Doris Fleischmann. Dass dieser Lockdown nun aber wieder die Vorweihnachtszeit betrifft, findet sie schade. Viele Kunden wollen für das Weihnachtsfest einen schönen Haarschnitt. „Es tut mir leid, dass ich für die Kunden nicht da sein darf“, betont sie.

Besonders bitter ist die neuerliche Zwangspause für Waltraud und Wolfgang Przibyl, die in Höflein und Göttlesbrunn erst seit kurzem ihre Friseursalons eröffnet haben. Der Lockdown „tut weh. Wir sind mit null Kundenstock gestartet. Unser Angebot, das die Natürlichkeit bei der Haarpflege und beim Styling im Fokus hat, wird so gut angenommen. Meine Frau arbeitet voller Leidenschaft. Aber jetzt heißt’s mal Pause. Wie lange, werden wir noch sehen“, sagt Wolfgang Przibyl, der für Buchhaltung und Marketing zuständig ist.

Hilfen sind gut, aber nicht geeignet für Finanzpolster

Elisabeth Strini, Buchhändlerin und Obfrau des Unternehmervereins „Wirtschaftsplattform Schwechat“, ist zwiegespalten. „Der Bauch sagt, der Lockdown ist richtig. Aber kaufmännisch ist es eine Katastrophe“, hält die Schwechaterin fest. Sie hätte sich allerdings früher eine Entscheidung gewünscht – zum zweiten Mal habe man am Freitag erfahren, dass am Montag Schluss ist.

Die angekündigten Hilfen hält sie für wichtig, mit einem großen Aber: „Die Hilfen bringen dich drüber, aber sie bauen keinen Polster für das Frühjahr auf, so wie es das Weihnachtsgeschäft täte“, betont sie. Sie sieht jedenfalls den Einzelhandel zunehmend am Limit.

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