Lücke bei Ferienbetreuung für Schulkinder klein halten. Im Bezirk Bruck sind Gemeinden um Angebote bemüht.

Von Josef Rittler, Nicole Frisch und Susanne Müller. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:00)
Shutterstock.com/ Sergey Novikov
Endlich Ferien! Für die Eltern sind Ferien nur entspannend, wenn dieBetreuung der Kinder gesichert ist.

Der Countdown läuft: Die von den meisten Kindern heiß ersehnte Ferienzeit ist nicht mehr weit. Für die Eltern bedeuten die neun Wochen Ferien im Sommer zum Teil eine Herausforderung. Denn nicht überall gibt es ein entsprechendes Angebot an Kinderbetreuung.

Im Bezirk ist man in den meisten Gemeinden jedoch bemüht, die sommerliche Ferienzeit für berufstätige Eltern so gut wie möglich zu überbrücken und die betreuungslose Zeit zumindest auf drei Wochen zu reduzieren. In den größeren Gemeinden ist dies durch verschieden Anbieter oft einfacher. In den kleineren, dörflicheren Gemeinden hilft man sich zum Teil durch Kooperationen. „In Prellenkirchen bietet die Wirtschaft der Gemeinde tageweise Betreuung an. Dabei stehen nach Art eines Ferienspiels die gemeinsamen Aktivitäten im Vordergrund“, berichtet Bürgermeister Johann Köck (VP). „Sollte Bedarf an Betreuung über einen längeren Zeitraum bestehen, haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit Rohrau geschlossen.“

Durchgehendes Angebot gibt es in Himberg

Dort ist nämlich analog zu den Kindergartenöffnungszeiten die Volksschule die ersten drei Wochen nach Ferienbeginn und drei Wochen vor Schulbeginn für die Kinderbetreuung geöffnet. „Der Bedarf ist gegeben, daher bieten wir auch gerne eine Betreuung während dieser Zeit an“, sagt Rohraus Bürgermeister Herbert Speckl (VP).

In Mannersdorf hat sich in den letzten Jahren immer ein Verein um die Ferienbetreuung gekümmert. Dieses Jahr habe sich dieser laut SP-Bürgermeister Gerhard David aber noch nicht gemeldet. „Wenn sich niemand mehr meldet, werden wir selbst etwas machen“, meint David.

In der Gemeinde Scharndorf ist man ebenfalls bemüht, die Betreuungslücke so kurz wie möglich zu halten. Hier wird im Kindergarten eine Betreuung während der ersten und der letzten drei Ferienwochen angeboten – für Kindergarten- und Schulkinder. Nur die drei Wochen in der Mitte der Ferien ist der Kindergarten ganz geschlossen.

Auf der anderen Seite des Bezirks, in Himberg, brauchen sich Eltern darüber keinen Kopf zerbrechen. „Kinderkrippe, Hort und Kindergarten sind in unserer Gemeinde durchgehend geöffnet“, erklärt SP-Bürgermeister Ernst Wendl stolz. Vor allem die obligate dreiwöchige Sperre der Kindergärten wird durch die Gemeinde abgefangen. In dieser Zeit stellt die Gemeinde selbst ein Betreuungsteam auf die Beine. Die für diese Zeit geltenden Tarife sind moderat: Für eine Betreuung im Kindergarten bis 13 Uhr zahlt man pro Woche 34 Euro, für eine Betreuung bis 17 Uhr sind es 45 Euro. Die Nachfrage ist jedenfalls groß: „Vor allem in den ersten Wochen haben wir in allen Betreuungseinrichtung fast Vollbetrieb“, weiß Wendl.

In Schwadorf wurde in den letzten Jahren eine fünf- bis sechswöchige Ferienbetreuung in der Volksschule, geleitet von Kids-Point, angeboten. Heuer probiert es die Gemeinde mit einem neuen Konzept, dem Ferienspiel. „Dabei handelt es sich um eine 14-tägige Halbtagsbetreuung für Kinder von 6 bis 14 Jahren“, erklärt die geschäftsführende Familien- und Jugendgemeinderätin Brigitte Richter (SP). Besuche von Vereinen, diverse Ausflüge und Ähnliches gehören zum Programm. Derzeit laufen die Anmeldungen.