Öffis: Nach Wien ist Angebot gut

Erstellt am 14. Juni 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
Will man innerhalb des Bezirks Bruck von A nach B, tut man sich ohne Auto schwer.
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Meldungen von überfüllten Zügen und Fahrgästen, die trotz Ticket nicht mitgenommen wurden, sorgten zuletzt für Aufregung. In der Region gibt es derartige Probleme selten, wenngleich so mancher Pendler-Zug schon so voll ist, dass man keinen Sitzplatz mehr bekommt.

Doris Nechwatal aus Rannersdorf pendelt schon seit Jahren zu ihrem Arbeitsplatz in den 20. Bezirk nach Wien. „Die S7 ist um 5.20 Uhr Früh noch super-sauber und relativ leer“, erzählt die Schwechater Pendlerin. Der Heimweg vom Handelskai am Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr sei, laut Nechwatal, aber schon manchmal eine Herausforderung „Um diese Zeit ist die Bahn gerammelt voll und ich muss fast die ganze Strecke nach Hause stehen“, so die Klimaticket-Besitzerin.

Grundsätzlich ist Nechwatal aber sehr zufrieden mit dem öffentlichen Verkehr in der Region. Sie finde, dass das Netzwerk in Wien und Schwechat sehr gut ausgebaut sei und lobte auch die Pünktlichkeit der Züge und Busse. Insgesamt ist die Anbindung an die Bundeshauptstadt von den meisten Gemeinden aus gut, wenn auch mancherorts über die Taktung geklagt wird. Problematischer wird es aber, wenn man sich innerhalb des Bezirks öffentlich fortbewegen will. Da sind die Busverbindungen großteils geradezu katastrophal.

Für viele Schüler gab es Anfang des Schuljahres 2021/22 zusätzlich massive Probleme. Auf der Strecke zwischen Hainburg und Bruck waren die Busse, namentlich die Linie 275, regelmäßig völlig überfüllt. „Die Kinder mussten oft derart gedrängt stehen, dass Verletzungsgefahr bestand“, berichtet Manfred Ehrenreich aus Hainburg, dessen elfjähriger Sohn das Gymnasium in Bruck besucht. „Einmal hatte mein Sohn ein Werkstück aus Holz in seine Schultasche gepackt, bis Hainburg war das im Gedränge kaputt gegangen“, so der besorgte Vater.

Den in Corona-Zeiten geforderten Abstand zu halten, sei natürlich ebenfalls nicht möglich gewesen. Die meisten Busfahrer hätten sich mit einer Ausnahme nicht um das gekümmert, was sich hinter ihrem Rücken im Bus abspielte. Das Problem der überfüllten Busse wäre auch schon seit Jahrzehnten bekannt gewesen. Erst durch den Druck der Schulleitung und des Elternvereins wäre dann ein zusätzlicher Bus eingesetzt worden, dadurch habe sich die Lage etwas entspannt: „Dass es jetzt halbwegs funktioniert, grenzt schon an ein Wunder“.

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