Raubzüge bringen Teenager hinter Gitter. 16-Jähriger fackelte nicht lange, wenn er Geld für Drogen brauchte: Er knöpfte Burschen im Zug mit Gewalt Wertgegenstände ab.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 03. Mai 2018 (04:44)
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Die Jugendlichen wurden auf der Strecke zwischen Wien und Flughafen beraubt.
Burggraf

Ob Kopfhörer, Boxen, der 16-Jährige nahm, was er kriegen und schnell zu Geld machen konnte: „Ich war halt auf Drogen“, lieferte der Hainburger Teenager vor Gericht eine lapidare Erklärung für seine Raubattacken im Zug (auf Fahrten zwischen Wien und Flughafen) an jungen Burschen.

„Schieben Sie nicht alles auf die Drogen. So billig kommen Sie nicht davon“, entgegnete Richter Rainer Klebermaß harsch und versuchte, dem einschlägig vorbestraften 16-Jährigen die Tragweite der Anklage wegen Raubes mit einem Strafausmaß von siebeneinhalb Jahren Gefängnis klar zu machen.

Er habe weder ein Messer gezückt, noch Gewalt angewendet erklärte der Hainburger und beteuerte dreist: „Sie haben mir die Sachen freiwillig gegeben. Einen Kopfhörer habe ich mir nur geborgt. Die haben sich gegen mich verschworen“, dann räumte er einen Diebstahl ein.

"Sein aggressiver Ruf eilte ihm schon voraus"

„Hatten die Opfer Angst vor Ihnen und haben deshalb keinen Widerstand geleistet?“, hakte der Richter nach, und der Teenager meinte grinsend: „Kann schon sein.“

Angst hatten sie alle, wie die Opfer (ein Rannersdorfer, ein 13-jähriger Schüler aus Maria Ellend, ein 15- und ein 16-jähriger Haslauer) vor Gericht eingestanden: „Sein aggressiver Ruf eilte ihm schon voraus, und wir wollten es nicht darauf ankommen lassen. Freiwillig haben wir nichts hergegeben“, war der einhellige Tenor.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wurde der Hainburger wegen zweifachen Raubes, gefährlicher Drohungen und Diebstahls zu einer 15-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt. „All den Blödsinn – Entzug und Therapie – wie Sie es nennen, werden Sie jetzt in Haft machen,“ so der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.