Reibungsloser Neustart in der Gastronomie. Wirtshäuser & Co. im Bezirk Bruck durften wieder Gäste begrüßen. Erstes Resümee fällt positiv aus.

Von Otto Havelka, Adalbert Mraz, Josef Rittler und Brigitte Wimmer. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:45)
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Peter Langer und Brigitta Seif waren eine der ersten Kunden nach der Wiedereröffnung im Schwechater Restaurant Felmayer. Den Auflagen entsprechend wurde sie von Wirt Thomas Aschenbrenner mit Gesichtsvisier begrüßt und bedient.
Brigitte Wimmer

Nach der wochenlangen, coronabedingten Durststrecke ging es für die Gastronomie am Freitag wieder los. Bis auf vereinzelte Ausnahmen starten Restaurants, Wirtshäuser oder Cafés wieder durch – natürlich stets mit Bedacht auf die behördlichen Schutzauflagen.

„Wir achten sehr auf die Hygiene im Café, haben zusätzliche Desinfektionsmittelspender aufgestellt, und halten bei den Tischen im Lokal den Mindestabstand ein“, berichtet Dieter Palenik, Chef des Hainburger „PD‘s Café“. Die Mitarbeiterin sei ebenfalls über die erforderliche Hygiene geschult worden. Speisekarten würden nur auf Papier ausgeteilt und nach Gebrauch entsorgt, Sitzplätze nach jedem Gast desinfiziert. Auch die Türschnallen würden wie vorgeschrieben desinfiziert. „Wir bieten unseren Gästen Sicherheit“, sagt Palenik. „Wichtig ist, dass auch unsere Gäste sehr diszipliniert sind und sich an die Vorschriften halten.“

Allerdings wären die Auflagen, mit denen Selbstständige konfrontiert würden, eine Belastung. „Es war von Anfang an schwierig mit der Bürokratie, weil niemand wusste, wie geht es weiter. Jeden Tag wurde etwas Anderes erzählt.“ Auch dass das Lokal um 23 Uhr zusperren müsse, sei nicht sinnvoll. „Jetzt sind viele Junge unterwegs. Sie dürfen endlich wieder hinaus, fahren aber noch nicht nach Wien und Bratislava, da würden sie gern bei uns feiern“, glaubt Palenik.

Im Thermen-Cafe in Bad Deutsch-Altenburg musste zur Einhaltung der Vorschriften auseinandergerückt werden. „Wir haben die Platzkapazität fast um die Hälfte reduziert und die Tische so aufgestellt, dass mehr als der vorgeschriebene Abstand gegeben ist. Das bedeutet Indoor 60 und auf der Terrasse 40 Sitzplätze“, erläutert Direktor Friedrich Eisenbock.

Da das Restaurant im Kurhaus noch nicht geöffnet werden darf, wurde die Karte im Thermen-Cafe adaptiert und es gibt nun neben Kuchen auch kleine Speisen und Snacks. „Der Wiederbeginn funktionierte reibungslos. Besonders erfreulich ist, dass die Stammgäste die Öffnung sehnsüchtig erwartet haben und schon am ersten Tag auch viele andere Gäste den Weg zu uns gefunden haben“, erklärt Eisenbock.

Einen regen Andrang spürte am Wiedereröffnungstag auch Thomas Aschenbrenner vom Restaurant „Felmayer“ in Schwechat. „Wir hatten 50 Reservierung und auch viele Drop-in-Gäste“, freut sich der Wirt. Um den Mindestabstand zwischen den Tischen immer im Blick zu haben, wurden orangefarbene Bodenmarkierungen an den Ecken der Tischbeine angebracht. „Im Café haben wir Lehnen zwischen den Sitznischen mit Holzwänden getrennt“, erzählt Aschenbrenner.

Nach zwei Wochen war schon wieder Schluss

Seine bereits zweite Eröffnung im heurigen Jahr feierte am Samstag Dominick Thümmrich. Er ist quasi der Corona-Pechvogel unter den Gastronomen. Anfang März sperrte er sein Lokal „Manoah“ in Ebergassing auf, um es zwei Wochen später wieder zu schließen. „Das war natürlich nicht optimal“, weiß Thümmrich. Nun kämpft er mit reduzierten Sitzplätzen, ohne Hocker an der Theke und mit Schutzmaske um neue Gäste. „Ein Großteil der Gäste hält sich an die Vorgaben“, ist sein erstes Resümee. „Viele kommen auch nur, um sich etwas zu holen“, weiß Thümmrich.

„Die Menschen haben noch eine gewisse Angst, wieder in ein Lokal zu gehen“, glaubt auch der Wirt im „Neuen Volkshaus Himberg“, Horst Cerwenka. Er verlängert das in der Coronakrise installierte Zustellservice daher noch bis Ende Mai. Alles in allem ist er aber mit dem ersten Wochenende zufrieden. „Manche Dinge sind halt komisch“, sagt er. Etwa Salzstreuer nur auf Bestellung bringen zu dürfen und gleich wieder mitzunehmen. Oder Speisekarten nach jeder Durchsicht zu desinfizieren. „Aber wir halten uns an die Vorgaben“, sagt Cerwenka. Nur manchmal sind auch die nicht klar: Als die obligate Schnapser-Runde einen Tisch für Sonntag bestellen wollte, sagte Cerwenka ab. Er habe keine Info, ob Kartenspielen erlaubt sei.

Die Gemütlichkeit durch den direkten Kontakt zu ihren Gästen fehlt auch Karin Reischl vom Maria Lanzendorfer Hof. Aus diesem Grund und weil sie nicht hinter dem Konzept der Bundesregierung stehe, entschied sich die Gastronomin, erst gar nicht aufzusperren. Abholungen sind weiter möglich, die Nicht-Öffnung spare auch kosten. „Mit 2. Juni werden wir aber dann wieder starten“, verspricht Reischl.

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