Reparatur oft simpler als gedacht. Über den „Reparaturführer“ können Kunden Elektro-Unternehmen suchen, die sich ihrer alten Geräte annehmen.

Von Gerald Burggraf, Adalbert Mraz und Raimund Novak. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:36)
Mraz
Eduard Klaffl versucht, den Fehler eines kaputten Flachschirmfernsehgerätes zu finden. Er betreibt seit 1996 ein Elektrogeschäft in Hainburg.

„Bevor es die Plattform gab, haben wir eigentlich gar keine Reparaturen gemacht“, erzählt Andreas Zabka sen. vom Elektrofachhändler „A-Z“ in Rannersdorf. Doch seit die Firma auf der Plattform „Reparaturführer“ zu finden ist, „haben wir fast wöchentlich Anfragen“, ergänzt er.

Unter dem Motto „Reparieren statt Wegwerfen“ unterstützt auch das Land NÖ gemeinsam mit den NÖ Umweltverbänden und der Wirtschaftskammer NÖ einen bewussteren Umgang mit alten Elektrogeräten. So werden Haushalte mit bis zu 100 Euro gefördert, wenn sie ein defektes Gerät bei reparieren lassen. „Der Reparaturführer ist wirklich top und vor allem für auf Reparaturen spezialisierte Unternehmen ein großer Vorteil. Wir sind ja kein reiner Reparaturbetrieb, machen das aber sehr gerne und es ist ja auch gut für die Umwelt“, unterstreicht Zabka sen.

Seiner Erfahrung nach mache eine Reparatur vor allem bei Küchengeräten oder Fernsehern Sinn, da es noch lange Ersatzteile dafür gibt. „Allerdings machen Reparaturen vor allem bei teureren und qualitativ hochwertigen Geräten Sinn. Das sage ich meinen Kunden auch“, ergänzt er. So habe er einem Kunden, der wegen der Reparatur eines Trockners von Hofer anrief, ehrlich gesagt, dass sich das nicht auszahle. „Das Gerät kostet 229 Euro, eine Technikerstunde 90 Euro“, unterstreicht der Rannersdorfer.

"Oft sind es nur Kleinigkeiten und das Gerät funktioniert wieder."Eduard Klaffl

Auf Reparaturen spezialisiert hat sich etwa Eduard Klaffl, der ein Elektrogeschäft in Hainburg betreibt und natürlich auch Neugeräte verkauft. „Als gelernter Radio- und Fernsehmechaniker habe ich mich schon immer gerne mit der Technik und Reparaturen beschäftigt. Oft sind es nur Kleinigkeiten und das Gerät funktioniert wieder. Wir reparieren fast alle elektrischen Geräte und Maschinen, wenn notwendig, auch bei den Kunden vor Ort“, erzählt Klaffl. Wichtig wäre ihm, dass die Leute mehr Bewusstsein zum Reparieren hätten und nicht gleich Wegwerfen.

„Grundsätzlich eine gute Idee“, begrüßt auch Gerhard Fleischmann, Geschäftsführer der Firma Elektrotechnik Fleischmann Energie- und Bauconsulting in Kleinneusiedl, die Aktion, aber: „Oft sind es Geräte, die schon über viele Jahre irgendwo herumgelegen sind. Meistens lohnt sich eine Reparatur dann nicht mehr.“ Der Spezialist in Sachen Daten- und Pooltechnik zählt dennoch pro Woche bis zu fünf Kunden, die aufgrund des Reparatur-Bonus in sein Geschäft kommen.

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