Schule und soziale Medien: Digitaler Draht zu Schülern. Der Umgang mit digitalen Kommunikationsformen soll gelernt werden. Auch Schulen nutzen sie intensiv.

Von Josef Rittler, Otto Havelka, Gerald Burggraf und Raimund Novak. Erstellt am 28. November 2018 (03:41)
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In der Neuen Mittelschule (NMS) Hainburg hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten, die Schüler werden schon seit Jahren in Medienkompetenz unterrichtet. Auch die Kommunikation mit Schülern und Eltern erfolgt teilweise digital: „Mit dem Programm SchoolFox werden Krankmeldungen, Schulinfos sowie Elternbriefe elektronisch direkt auf das Handy oder den Computer der Eltern oder Erziehungsberechtigten geschickt“, erklärt die interimistische Leiterin Bettina Schön. „Schnelle und direkte Kommunikation zwischen Lehrerinnen und Erziehungsberechtigten ist dadurch möglich.“ Digitales Lernen erfolgt via LMS (Learning Management System), eine Plattform, in die Lehrer Aufgaben für die Schüler stellen.

Ähnlich funktioniert das System an den Neuen Mittelschulen Ebergassing und Gramatneusiedl. Auch dort benutzt man das elektronische Mitteilungsheft SchoolFox. „Vorausgesetzt die Eltern sind damit einverstanden“, schränkt Direktorin Elisabeth Nebenführ ein. Versäumte Hausaufgaben – etwa wegen Krankheit – werden aber noch in traditioneller Manier übermittelt: Ein Schüler bringt sie persönlich vorbei.

"Hier geht es weniger um Verbote"

Das bekannteste Messengerprogramm WhatsApp kommt aber weder in der NMS Hainburg noch in der NMS Ebergassing und Gramatneusiedl in der Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern oder Eltern zum Einsatz. „Natürlich gibt es WhatsApp-Gruppen von Eltern untereinander“, weiß Nebenführ. Aber das gehe die Lehrer nichts an und „sie sind auch nicht dabei“.

Bis zum Vorjahr gelebte Praxis war diese Art der Kommunikation aber im Gymnasium Schwechat, wie Direktor Heinz Lettner erklärt. Aufgrund der neuen Datenschutzrichtlinien und der Nutzungsbedingungen von WhatsApp, das erst ab 16 Jahren erlaubt ist, sei es nun nicht mehr möglich, es als Kommunikationsforum für Klassen und Lehrer zu verwenden. „Bei uns an der Schule ist gerade ein alternativer Messengerdienst in der Testphase“, sagt Lettner. Der Gymnasiumsleiter hält es aber ebenso wie seine Kollegen für wichtig, dass den Schülern der Umgang mit WhatsApp oder Facebook gelernt wird. „Hier geht es weniger um Verbote, sondern um den vorbildhaften Umgang mit sozialen Medien“, unterstreicht er.

In der NMS Schwadorf wurde „ein eigenes Curriculum ausgearbeitet, damit jeder Schüler und jede Schülerin einen Einblick in den Umgang mit sozialen Medien erhält“, erzählt Direktorin Gerlinde Stadler. So erhalten unter anderem die Eltern wichtige Nachrichten sofort auf ihrem Handy. Im Zuge der digitalen Grundbildung ist im zweiten Semester bereits ein „Digi-Day“ geplant. „Die Kinder sollen Einblicke in die problematischen Auswirkungen der Digitalisierung, wie Fake News, Spielsucht oder Verschrottung, erhalten“, sagt Stadler.