Bauland oft in privaten Händen. Das Bauen im Bezirk Bruck wird immer teurer. Über große Baulandreserven verfügen die meisten Gemeinden nicht mehr.

Von Gerald Burggraf, Max Stepan, Josef Rittler und Peter Gerber Plech. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:06)
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Der Brucker Bezirk zählt zu den Regionen mit dem stärksten Bevölkerungswachstum in NÖ. Entsprechend begehrt ist Bauland. Eine OGM-Analyse hat untersucht, in welchen Gemeinden Bauplätze besonders teuer beziehungsweise günstig sind.

Auf ungefähr 90 Bauplätze schätzt Bürgermeister Martin Kolber (ÖVP) die Reserve derzeit in Rauchenwarth. „Das Problem dabei ist, dass diese nicht im Besitz der Gemeinde sind, da es sich um Privatgründe handelt“, erklärt Kolber.

Dementsprechend hoch sei der Grundstückspreis: „Derzeit werden für einen Grund pro Quadratmeter ungefähr 250 bis 300 Euro fällig.“ Der Fokus der Gemeinde soll künftig auf Wohnplätzen für Jugendliche liegen und auf die Wiederbelebung des Ortkerns, wie Kolber bei seinem Antritt als Bürgermeister betonte. Der hohe Anteil an privaten Baugründen und die hohen Grundstückspreise seien laut Kolber jedenfalls eine Herausforderung.

Was uns als Gemeinde betrifft, wollen wir unseren Gemeindebürgern Bauplätze zu attraktiven Preisen anbieten.“ Herbert Speckl, Bürgermeister in Rohrau (ÖVP)

Die Marktgemeinde Leopoldsdorf verfügt hingegen über keine großflächige Baulandreserve. Auf einer Fläche von rund 80.000 Quadratmetern ist an der Achauer Straße der neue Sportplatz geplant. In unmittelbarer Nähe würden noch rund 40.000 Quadratmeter – derzeit nicht gewidmetes – Bauland zur Verfügung stehen „Generell und abgesehen von der Überbauung des alten Sportplatzes, wird es in Leopoldsdorf in nächster Zeit keine großflächigen Widmungen geben“, sagt Vizebürgermeister Thomas Giselbrecht (SPÖ).

Dort, wo jetzt der Sportplatz ist, soll auf rund 15.850 Quadratmetern eine Überbauung mit Wohnungen entstehen. „Vorgesehen ist, dass 60 Prozent der Fläche gemeinnützig verwendet und davon 15 Prozent für Starterwohnungen  zu sieben Euro pro Quadratmeter genützt werden“, sagt Giselbrecht.

Auf einzelnen, privaten und bereits gewidmeten Baugründen wird gebaut. Bausperren gibt es in Leopoldsdorf aktuell nicht und auch die Absicht, dass seitens der Gemeinde von Privatpersonen zurückgehaltenes Bauland mobilisiert wird, existiert nicht.

Dass Bauland in der Marktgemeinde Rohrau vergleichsweise billig ist, stört Bürgermeister Herbert Speckl (ÖVP) nicht. „Was uns als Gemeinde betrifft, wollen wir unseren Gemeindebürgern Bauplätze zu attraktiven Preisen anbieten.“

Mit viel Zuzug rechne er nicht, auch privates Bauland sei in den vier Katastralgemeinden rar. In Betracht komme allenfalls moderates Wachstum, angepasst an die erforderlichen Einrichtungen wie etwa Schul- und Kindergartenplätze. Da die notwendige Infrastruktur derzeit nicht geschaffen werden könne, sei auch ein kleines Gebiet in der Katastralgemeinde Rohrau mit einer zweijährigen Bausperre belegt.

Bauzwang existiert auf allen von der Gemeinde verkauften Bauplätzen. Vorgeschrieben ist der Baubeginn zwei Jahre ab Erwerb und die Fertigstellung fünf Jahre nach dem Kauf. „Es ist aber in meiner langjährigen Tätigkeit als Bürgermeister nur einmal vorgekommen, dass die Gemeinde ein Grundstück zurückgefordert hat, auf dem nicht gebaut worden ist“, sagt Speckl.

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