Zustimmung für neue Jugendschutz-Regelung. Bundesweit gelten ab 1. Jänner die gleichen Altersgrenzen. Die NÖN hat sich im Bezirk dazu umgehört.

Von Brigitte Wimmer, Otto Havelka, Nicole Frisch und Stefanie Cajka. Erstellt am 03. Januar 2019 (04:21)
The Adaptive/Shutterstock.com
Symbolbild

Die „Jugend Hof“ ist einer der aktivsten Jugendvereine im Brucker Bezirk und organisiert jährlich etliche Großveranstaltungen wie das Maifest oder „Snow Attack“, die hunderte Besucher aus der Region anlocken. Obmann Matthias Medwenitsch sieht dem neuen Jugendschutzgesetz gelassen entgegen. Bei den Veranstaltungen gibt es ohnedies „schon seit Langem ein generelles Rauchverbot.“ Um den Ausschank an jugendliche Gäste zu kontrollieren, habe man auch schon ein System mit farbigen Armbändern ausprobiert: Am Eingang werden nach Ausweiskontrolle verschieden farbige Armbänder je nach Altersgruppe verteilt. „Das hat leider nichts gebracht“, weiß Medwenitsch. „Wenn ein 18-Jähriger fünf Getränke bestellte und sie dann an seine Freunde verteilt, ist das auch mit Armband nicht mehr kontrollierbar“, bedauert er.
Als allgemein positiv bezeichnet auch Michael Klamecki, Obmann der Jugend Scharndorf, die Novellierung des Jugendschutzgesetzes. „Der Missbrauch des Tabak- und Alkoholkonsums bei Minderjährigen kann schnell zu einer gesundheitlichen Gefährdung werden. Hier ist die Anhebung der Altersgrenze, was das Rauchverbot betrifft, ein richtiger Schritt“, so Klamecki. Allerdings sieht er beim Thema Alkoholkonsum noch Verbesserungspotenzial. Hier fände er eine eindeutige Regelung, also keine Unterscheidung von schwachen und starken Alkoholika, zielführender. „Durch eine solche Regelung würde es zudem auch bei Veranstaltungen oder Ähnlichem nicht zu Unstimmigkeiten kommen und es wäre leichter, Kontrollen durchzuführen“, meint er.

Gerald Straus, Besitzer der Brucker Bar Taro, sieht nicht allzu viele Veränderungen auf sich zukommen. „Mein Publikum ist hauptsächlich 18 Jahre plus“, sagt er. Für Gäste unter 18 Jahren wird es künftig keine Cocktails mehr geben. Den Ausschank von Alkohol habe er aber immer schon streng gehandhabt. „Es geht bei uns nicht um das Abfüllen, sondern um den Genuss“, hält er fest.

Christa Eleonore Heggenberger, Leiterin des Jugendzentrums in Fischamend, sieht es als zentral an, präventive Maßnahmen zu treffen und Aufklärung zu betreiben. „Es ist wichtig, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen verantwortungsvollen Umgang mit Genussmitteln näherzubringen sowie Maßnahmen zur Stärkung der Eigenverantwortung und zu einer gesunden Lebensführung anzubieten“, so Heggenberger, die dem nun einheitlichen Jugendschutzgesetz sehr viel positives abgewinnen kann.

Die Neuregelung betrifft natürlich auch Ballveranstalter, für die es im Jänner so richtig losgeht. Besonders im Fokus sind hier natürlich Schulbälle, wie jener des Schwechater Gymnasiums am 16. Februar im Multiversum. Generell ist hier der Caterer für die Alterskontrolle zuständig. „Das wird natürlich jetzt schwieriger für Gastronomen“, glaubt Direktor Heinz Lettner.

Allerdings müsse jeder Schüler einen Ausweis mitbringen, denn der Eintritt ist erst ab 16 Jahren ohne Begleitung gestattet. „Erfahrungsgemäß trinken die Schülerinnen und Schüler keine teuren Spirituosen an der Bar, sondern eventuell ein Bier, welches ab 16 Jahren erlaubt ist“, so Lettner.

Im Gymnasium würde die schädliche Wirkung von Nikotin und Alkohol etwa im Biologieunterricht thematisiert. Das Thema Rauchen ist in Schwechat aber weniger eines, nur rund 20 Oberstufenschüler oder circa zehn der 100 Lehrer würden rauchen. Das müssen sie außerhalb der Schule, denn das Areal ist „rauchfreie Zone“.

Umfrage beendet

  • Jugendschutz neu geregelt: Ist das Gesetz streng genug?