Teuerung verursacht tiefe Sorgenfalten

Erstellt am 23. März 2022 | 05:35
Lesezeit: 3 Min
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Helmut Weiss, Chef des Schwechater Taxiunternehmens „Taxifunk“, hat in weiser Voraussicht noch den Vorrat seiner firmeninternen Tankstelle aufgestockt. Doch die höheren Treibstoffpreise wären keine gute Nachricht für das ohnehin krisengebeutelte Taxler-Geschäft.
Foto: Gerald Burggraf
Die Arbeiterkammer im Bezirk Bruck verzeichnet mehr Anrufe in Sachen Teuerung. Transport-Firmen durch hohe Spritpreise massiv belastet.
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„Viele Leute rufen uns an, weil sie sich Sorgen machen“, berichtet Christian Bauer. Die Anfragen aufgrund der steigenden Preise hätten sich jedenfalls vervielfacht, berichtet der Leiter der Arbeiterkammer-Bezirksstelle in Hainburg.

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Hainburgs AK-Leiter Christian Bauer.
Foto: Rittler

Die steigenden Treibstoffkosten belasteten vor allem die Pendler, die hohen Energiekosten die Haushalte allgemein. „Was man auf jeden Fall raten kann ist, sich die Rechnungen für Strom und Gas genau anzusehen, das macht unsere Konsumentenschutzabteilung. Für Pendler, die viel Sprit verbrauchen, ist eine Steuerhotline eingerichtet“, ergänzt Bauer.

Mit den vor allem durch den Ukraine-Krieg bedingten hohen Treibstoffpreisen kämpfen auch viele Unternehmen. Allen voran natürlich die Transportbranche. Das kann auch Richard Blaha, Chef der gleichnamigen Erdbau- und Transportfirma aus Moosbrunn, bestätigen: „Wir haben fixe Jahrespreislisten, die wir unseren Kunden anbieten. Wir wussten am Anfang des Jahres noch nicht, dass die Spritpreise in diesem Ausmaß ansteigen und konnten sie somit nicht einkalkulieren. Wir haben dadurch höhere Ausgaben und das wirkt sich selbstverständlich auf unsere Aufträge aus.“

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Transportunternehmer Richard Blaha, Moosbrunn.
Foto: privat

Auf die Forderung der Politik, eine Temporeduzierung sei der richtige Ansatz, um Sprit einzusparen, zeigt sich Blaha verwundert. „Unsere Lkw fahren ohnehin mit geringer Geschwindigkeit, sie bringen somit immer die gleiche Leistung. Da können wir leider nicht einsparen“, erklärt der Unternehmer, der auch ÖVP-Vizebürgermeister seiner Heimatgemeinde Moosbrunn ist. Als Konsequenz für die höheren Ausgaben sei es unverzichtbar, in Zukunft weniger Aufträge anzunehmen – zumindest solange die Spritpreise in diesem Ausmaß ansteigen, so Blaha.

Taxifirma hofft auf baldige Entspannung

„Wenn die Spritpreise so bleiben, werden auch wir mittelfristig betroffen sein“, hält Helmut Weiss fest. Der Chef des Schwechater Taxiunternehmens „Taxifunk“ hat sich durch ein perfektes Timing jedoch noch ein wenig Zeit erkauft. „Ich habe schon vor ein paar Wochen rund 16.000 Liter an Treibstoff für unsere Ab-Hof-Tankstelle gekauft. Und das noch zu einem deutlich günstigeren Preis“, erzählt er.

Die hohen Spritpreise würde die Taxifirma nicht zuletzt deshalb schwer treffen, da Geschäft und Umsatz nach wie vor ein Rauf und Runter sind. „Es variiert sehr stark. Vom Vor-Krisenniveau sind wir weit entfernt“, sagt Weiss. Und das „Problemkind“ Flughafen werde zudem noch länger eines bleiben.

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