Unternehmer zu Euro: Umrechnen war Herausforderung

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:20
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8269273_gre03_rhi_josef_und_sylvia_naderer.jpg
Das Ebergassinger Gastronomen-Paar Josef und Sylvia Naderer erinnert sich noch gut an die Zeit, als der Kaffee in Schilling bezahlt wurde. 
Foto: Otto Havelka
In der Gastronomie und im Handel taten sich Kunden anfangs schwer. Unternehmer im Bezirk Bruck erinnern sich zurück.
Werbung

Seit 38 Jahren betreiben Josef und Sylvia Naderer einen Gastronomiebetrieb in Ebergassing – anfänglich als „Kellerschenke“, mittlerweile als gediegenes Landgasthaus samt urigem Kellerstüberl. Sylvia Naderer erinnert sich noch gut an die Umstellung von Schilling auf Euro: „Wir mussten die Preise in der Speisekarte in Schilling und Euro anführen, die Kunden haben mit Schilling bezahlt, und wir mussten das Retourgeld in Euro zurückgeben.“ Das Umrechnen sei auch für die Kunden eine Zeit lang schwierig gewesen.

„Ich habe Kunden auch darauf aufmerksam gemacht, wenn sie statt zwei Schilling zwei Euro Trinkgeld gegeben haben“, erzählt Naderer. Zwei Jahre lang habe das Gastronomen-Paar die Preise bewusst nicht angehoben, um bei den Gästen nicht den Eindruck zu erwecken, mit dem Euro werde alles teurer. Josef Naderer kann darüber fast nur noch gequält lächeln: „Wirklich Sorgen machen die aktuellen drastischen Preiserhöhungen bei Lebensmitteln. Das spüren die Leute auch in ihrem Haushaltsbudget.“

Die Wirtin vom „Goldenen Anker“ in Hainburg, Michaela Gansterer-Zaminer, kann sich nicht erinnern, dass es damals große Probleme gegeben hätte. „Ich habe nicht mit der Umstellung gehadert und auch nicht so lange umgerechnet. Dass eine Zeit lang alle Preise doppelt ausgewiesen werden mussten, hat mich auch nicht aufgeregt, ich dachte mir vielmehr, machen wir das Beste daraus.“ Dass tatsächlich manches teurer geworden ist, hätte ihrer Ansicht nach mit der Euro-Einführung nur selten zu tun, vieles sei ja auch billiger geworden. „Jetzt ist der Euro für mich schon selbstverständlich“, sagt Gansterer-Zaminer.

Manchmal erwischt sich hingegen Albert Schaller noch selbst beim Umrechnen in Schillinge. „Vor allem bei hochpreisigen Konsumgütern wie einem Auto oder einer Küche“, erläutert der Chef des Schwechater Radgeschäfts „Radhaus am Rathaus“. Ansonsten habe sich durch die Währungsumstellung vor 20 Jahren kaum etwas geändert. „Manche Produkte wurden mit dem Euro natürlich teurer, andere blieben aber gleich oder wurden sogar billiger“, erzählt er sich. Auch Schaller erinnert sich, dass die Umstellung den Händlern meist leichter gefallen sei als den Konsumenten.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Rechnet ihr noch in Schilling um?