Verbot: Ein erster Schritt weg vom Öl. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen in Neubauten nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN hat sich im Bezirk dazu umgehört.

Von Adalbert Mraz, Otto Havelka, Susanne Müller und Gerald Burggraf. Erstellt am 09. Januar 2019 (02:27)
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Symbolbild

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem in Neubauten ein Verbot für Öl-Heizungen gilt. Laut einer Schätzung des Landes gibt es im Brucker Bezirk noch rund 5.400 Haushalte, die mit Öl geheizt werden. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

Das mit 1. Jänner in Kraft getretene Verbot gilt jedoch nur für Neubauten. Wer bestehende Öl-Heizungen gegen neue tauschen will, ist davon nicht betroffen. Allerdings hofft Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, dass die Bürger beim Austausch oder Neueinbau einer Heizung an die Zukunft denken und eher auf Holz, Solarenergie oder Erdwärme setzen.

Direkt betroffen vom Verbot sind jedenfalls Brennstoffhändler wie der Hainburger Robert Pelzl: „95 Prozent meiner Stammkunden verfügen über Öl-Heizungen. Ich biete neben Heizöl auch Diesel für Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie an, der deckt aber nur ein Drittel des aktuellen Heizölumsatzes ab.“ Heizöl ist für Pelzl also das Kerngeschäft. Zusätzlich bietet er auch Brennholz und Holzbriketts für Kunden in Hainburg an, eine Kompensation sei damit allerdings nicht möglich. Für die Kunden bedeute das aus seiner Sicht, dass eine zuverlässige Heizungsmöglichkeit wegfalle. Auch die Alternativen seien nicht ohne Nachteile.

"Bei Neubauten ist das Verbot praktisch bedeutungslos"

Peter Cinadr, Geschäftsführer der Installateurfirma HSI-Cinadr GmbH aus Petronell, meint: „Bei Neubauten ist das Verbot praktisch bedeutungslos. Bei sanierungsbedürftigen alten Heizungen ist die Problematik noch nicht richtig bei den Kunden angekommen, aber es besteht Angst, was danach kommt.“ Als Alternative steht für Cinadr an erster Stelle eine Erdgasheizung. In kleinen Orten gibt es jedoch oft keinen Erdgasanschluss. Eine Pellets-Heizung sei zwar im Betrieb billig, in der Anschaffung jedoch extrem kostspielig und beanspruche viel Platz. Die Installation von Wärmepumpen sei bei Altbauten oft nicht oder nur mit großem Aufwand möglich. Eine generelle Empfehlung sei daher nicht möglich, sondern nur nach individueller Überlegung.

Michael Lippl, Installateur in Maria Lanzendorf, rät seinen Kunden bei einem Umstieg ebenfalls zu einer Gasheizung. „Ich habe aber nur noch wenige Kunden mit einer Ölheizung“, fügt er hinzu. Die würden ihre Heizungsanlagen aber aus Kostengründen lieber reparieren lassen, als auf ein neues Heizsystem umzusteigen.

Kein Thema sind Öl-Heizungen beim Schwechater Baumeister Manfred Leiner. „In unseren Wohnanlagen gibt es schon lange keine mehr“, betont er. In älteren Gebäuden gebe es noch Gasheizungen, in seinen Neubauten setzt Leiner auf die Wärmewasserpumpe. „Das ist die effizienteste Alternative, die aber auch am meisten kostet“, gibt der Bauprofi zu. Betrieben wird sie mit Strom. Als „verantwortungsvoller Bauträger“ müsse man aber auch auf Umwelt und Nachhaltigkeit schauen. Und auf die Bewohner, denen eine Wärmewasserpumpe beim Sparen helfe, ist Leiner überzeugt.

Erfreut über das Verbot zeigt man sich beim Energiepark Bruck. „Wir begrüßen das NÖ Ölheizungsverbot für Neubauten sehr. Der Treibhausgasausstoß ist bei Ölheizungen eindeutig am höchsten. Ökologische Alternativen (z.B. Biomasse) sind nicht nur billiger, sondern generieren in der Regel auch heimische Wertschöpfung“, sagt Norbert Koller vom Energiepark, der im Rahmen der NÖ Energieberatung auch für Umstellungsberatungen zur Verfügung steht.

Als Betreiber des Brucker Fernwärme-Werks kann der Energiepark in der Stadt auch mit einer Alternative aufwarten. Die Kapazitäten seien laut Energiepark „jederzeit erweiterbar“. Das bestätigt grundsätzlich auch Jochen Hagemann von Netz NÖ, die für das Netz zum Endverbraucher sorgt.