Vier-Tage-Woche: Arbeitszeit würde anders verteilt

Erstellt am 19. Juli 2022 | 20:20
Lesezeit: 3 Min
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In der „Cloudcompany“: Mitarbeiter Daniel Toth, Firmengründer Alexander Petznek (ganz r.) mit Tochter Josefa und Ehefrau Eva-Maria Himmelbauer.
Foto: privat
Die Vier-Tage-Woche ist zum Teil im Bezirk Bruck schon Realität. Wenn, dann werden die Stunden aber schlicht auf andere Tage aufgeteilt.
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Vier Tage arbeiten und dann drei Tage frei – dieses Modell wird in einzelnen Betrieben bereits gelebt. Etwa die Hälfte der Bediensteten wünscht sich eine derartige Arbeitszeit-Aufteilung. Dafür, dass es in weiten Bereichen angewendet wird, braucht es aber wohl noch lange. Diskutiert wird die Vier-Tage-Woche aber bereits rege.

Auch im Bezirk zeigt sich, dass sie de facto mancherorts bereits umgesetzt wird. „Wir haben grundsätzlich ein flexibles Arbeitszeitmodell“, berichtet Alexander Petznek, Chef der „Cloudcompany“ mit Sitz in Bruck. Der 36-Jährige hat die Online-Marketing-GmbH 2019 gegründet und zählt mittlerweile zwölf Mitarbeiter in seinem Team.

„Ich kann mir grundsätzlich eine Vier-Tage-Woche vorstellen, sogar drei Tage sind möglich“, sagt Petznek. Was allerdings bei einer Vollzeitanstellung gleichbleiben müsse, sei eine wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden. „Einfach einen Tag weniger bei vollem Lohnausgleich zu arbeiten, ist für uns wirtschaftlich nicht darstellbar, das würden sich unsere Kunden nicht leisten“, so Petznek.

Letztendlich würde es sich also lediglich um eine Verlagerung der Stunden auf andere Wochentage handeln. Ganz ähnlich wird dies zum Teil auch schon beim Unternehmen „Antolin“ in Ebergassing gehandhabt. Antolin ist für die Herstellung verschiedener Innenteile für Autos zuständig. Dementsprechend gehören Schichtdienste im Produktionsbereich der Firma zum Alltag. Die Umsetzung einer Vier-Tage-Woche ist für Betriebsrat Thomas Schwab in Zukunft trotzdem denkbar: „Tatsache ist, dass es sich um einen längeren Prozess handeln würde, der umgesetzt werden müsste. Derzeit ist es schlichtweg in der Produktion nicht möglich, da wir jetzt schon kaum Personalreserven vorhanden haben.“

Im Bürobereich sieht die Sache für Schwab bereits jetzt anders aus. Da es in der Firma bereits einen „kurzen Freitag“ gibt, wäre es möglich, die Stunden des letzten Wochentages auf die Woche zu verteilen. „Wir haben bereits jetzt schon individuelle Lösungen, bei denen Einzelpersonen an vier Wochentagen etwas länger arbeiten und dafür freitags frei haben“, fügt Schwab hinzu.

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