Vierter Lockdown: Politik zeigt Verständnis und Kritik

Vertreter von ÖVP, SPÖ und Grünen aus dem Bezirk Bruck sind für den Lockdown, FPÖ massiv dagegen.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:14

„Es ist schade, dass Geimpfte und Genesene jetzt auch vom Lockdown betroffen sind“, erklärt Johann Köck, Prellenkirchner Bürgermeister und Bezirksobmann des ÖVP-Gemeindebundes. Er sehe aber keine andere Möglichkeit, die hohen Infektionszahlen wieder einzudämmen. „Vielleicht hätte die 2G-Variante gereicht, aber da hätte man früher beginnen müssen“, sagt Köck.

Um eine Impfpflicht würden wir nicht herumkommen. „Wir müssen aber die Stimmung im Auge behalten, die Gräben zwischen Befürwortern und Skeptikern sollten nicht weiter vertieft werden“, betont er.

Ähnlich sieht es auch Maria Lanzendorfs Vizebürgermeister Christoph Lampert von den Grünen: „Der erneute Lockdown ist leider eine notwendige Maßnahme auf die deutlich zu niedrige Impfquote.“ Den Grund dafür sieht er unter anderem in der „Kommunikation der Regierung, dem fahrlässigen Agieren der FPÖ bis hin zum fehlenden Vertrauen in Fachexperten“.

Freiheitliche sehen „Totalversagen“

Himbergs SPÖ-Bürgermeister Ernst Wendl zeigt ebenfalls Verständnis und „begrüßt die Impfpflicht sehr“. In seinem Heimatort gilt bereits eine Impflicht für alle neuen Gemeindemitarbeiter. Die viel beschworene „Selbstverantwortung ist leider nicht so groß, dass wir ohne solche Maßnahmen aus der Pandemie herauskommen“, glaubt Wendl.

Ganz anderer Meinung ist FPÖ-Bezirksparteichef Werner Herbert. „Das ist ein Totalversagen. Was noch schwerer wiegt: Damit hat die Regierung den letzten Funken Vertrauen verspielt. Sie haben mehrfach angekündigt, was so nicht gehalten hat. Das zeugt nun von Hilflosigkeit und politischer Unberechenbarkeit“, poltert der Enzersdorfer Vizebürgermeister.

Aus seiner Sicht hat die Regierung zwei Generalfehler gemacht: „Erstens die Impfung als Heilsbringer propagiert und zweitens keinen Plan B in Bezug auf Personal und Intensivbetten gehabt.“