Wohnbau: Massiver Zuzug als Herausforderung. Im Brucker Bezirk ist die Nachfrage nach Wohnraum fast überall ungebrochen groß.

Von Gerald Burggraf und Susanne Müller. Erstellt am 27. März 2019 (04:15)
Mraz; Burggraf
Links: VP-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Gerhard Schödinger ist über die Strategie erfreut.; Rechts: Schwechats SP-Bürgermeisterin Karin Baier steht beim Wachstum auf der Bremse.

Der Brucker Bezirk ist seit Jahren der am stärksten wachsende Bezirk im Land. In der Region zwischen den zwei Hauptstädten Wien und Bratislava ist der Zuzug in fast allen Gemeinden ein großes Thema.

Allein in den Jahren von 2002 bis heute hat sich die Einwohnerzahl von damals (hochgerechnet auf den nunmehr großen Bezirk inklusive der Schwechater Gemeinden) knapp über 84.000 Einwohnern auf heute über 102.000 Einwohner gesteigert. Bis 2030 wird mit einer Zunahme der Einwohner-Zahl um 20 Prozent gerechnet.

Der richtige Umgang mit starkem Wachstum

Die Folgen, die sich daraus für die Gemeinden und den Wohnbau ergeben, sind vielfältig. Abseits der Anforderungen an die Infrastruktur geht es vor allem darum, wie sehr man der Nachfrage nach Wohnraum entgegenkommt. In der Bezirkshauptstadt Bruck etwa hat man sich entschieden, das Wachstum bis zum Überschreiten der 10.000-Einwohner-Grenze zu fördern. Danach will man den Zuzug allerdings langsam bremsen.

In Schwechat, der mit rund 18.500 Einwohnern größten Stadt des Bezirks, waren die Zuzugsraten in der Vergangenheit besonders hoch. Alleine durch die 870 Wohnungen auf den ehemaligen Brauereigründen mitten im Zentrum dürfte demnächst die 20.000-Marke geknackt werden. Daher steht die rot-grüne Stadtregierung auf der Bremse. Mit Bausperren will man verhindern, dass Einfamilienhaus-Grundstücke mit Wohnbauten zugepflastert werden.

In den kleinen und ländlichen Gemeinden geht es vielfach darum, die Orte nicht zu sehr in die Peripherie wachsen zu lassen, während im Ortskern etliche der älteren Häuser leerstehen. Grundstücke im Ortskern mit geschlossener Bauweise, wie es früher üblich war, muss man den Bauwerbern vielfach erst schmackhaft machen. Aber genau das haben sich manche Gemeinden zum Ziel gesetzt. In der Grenzgemeinde Berg hat man sich etwa vorgenommen, eine neue Angersiedlung entstehen zu lassen.

Projekte wie diese sollen auch durch das Projekt „Lebensraum nachhaltig gestalten“ (kurz LENA) des Regionalentwicklungsvereins Römerland Carnuntum gefördert werden. Ein Gestaltungsbeirat und Richtlinien für die Baukultur sind hier gerade im Entstehen.

Dass das Land nun gezielte Förderungen für den Wohnbau im ländlichen Raum vorsieht, bezeichnet VP-Landtagsabgeordneter und Wolfsthals Bürgermeister Gerhard Schödinger als besonders erfreulich. Die Wohnbauförderung sei schon bisher ein wesentlicher Faktor gewesen. „In unserem Bezirk konnten 506 Millionen Euro in den letzten vier Jahren durch den Neubau von 1.931 Wohneinheiten und die Sanierung von 2.504 Wohneinheiten ausgelöst werden“, sagt Schödinger.

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