Zu wenig Blutspenden: „Rettet Leben!“

Erstellt am 12. Juli 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Himbergs Bürgermeister Ernst Wendl mit seiner 100. Spende, die er Ende Februar abgab – am Foto mit Schwester Naja.
Foto: privat
Die Hauptmotivation sein Blut zu spenden, ist anderen Menschen helfen zu wollen. Manchmal spielt auch ein Schicksalsschlag mit - so wie bei Sandra Sinnabell aus Fischamend.
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Dank einer „überdurchschnittlichen Spendenbereitschaft“ in den vergangenen Tagen hat sich die Situation etwas entspannt. Derzeit sind genug Blutkonserven vorhanden, heißt es vonseiten der Blutbank der NÖ Landesgesundheitsagentur in Mistelbach.

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Sandra Sinnabell geht alle drei Monate Blutspenden.
Foto: privat

Doch das kann sich schnell wieder ändern. „Die Situation muss aber laufend beobachtet und neu bewertet werden, da die maximale Haltbarkeit von Erythrozytenkonzentraten (Blutprodukte, die man zur Transfusion verwendet, Anm.) bei 42 Tagen liegt“, heißt es weiter. Gerade im Sommer wird mehr Blut benötigt. Denn die Wetterbedingungen sorgen auch vermehrt für Unfälle.

Ein tödlicher Zwischenfall im Straßenverkehr war es auch, der die Fischamenderin Sandra Sinnabell zur fleißigen Blutspenderin machte. „Ein Bekannter von mir ist bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Seitdem ist es für mich selbstverständlich, einen Beitrag zu leisten. Denn jeder kann plötzlich auf eine Spende angewiesen sein“, erklärt sie gegenüber der NÖN. Daher ist sie alle drei Monate bei einer Blutspendeaktion in Schwadorf dabei, um so ihren Mitmenschen in Notsituationen zu helfen.

2.752 Vollblutspenden im vergangenen Jahr

Die große Herausforderung bei der Notversorgung mit Blut ist, dass es nicht künstlich hergestellt werden kann. Dennoch geht nur ein Bruchteil der Bevölkerung regelmäßig spenden. Im Vorjahr zählte das Rote Kreuz im Bezirk Bruck insgesamt 2.752 Vollblutspenden. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es bisher 1.185.

Zu den regelmäßigen Spendern zählt Himbergs Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ). „Ich war das erste Mal in Horn beim Bundesheer im Jahr 1978 Blutspenden. Seither gehe ich immer wieder Blutspenden“, erzählt er. Wobei „immer wieder“ fast untertrieben wirkt, denn Wendl hat in seinem Leben schon 101 Mal Blut gespendet. „Am 10. August werde ich voraussichtlich die 102. Spende in Himberg abgeben. Derzeit gehe ich so drei- bis viermal pro Jahr, meist in Himberg, Blutspenden“, erzählt er.

Wendl: „Blutspenden senkt meinen Blutdruck“

Seine Motivation, sich von dem roten Lebenssaft zu trennen, ist vielfältig. Allen voran will er aber anderen Menschen helfen, die „sich krankheitsbedingt in schwierigen Situationen befinden“. Nach einer Spende habe er jedenfalls stets ein angenehmes Gefühl. Erfreut zeigt sich Wendl auch jedes Mal, wenn er ein paar Wochen später vom Roten Kreuz die Information bekommt, wann und wo sein Blut verwendet wurde.

Der Himberger Bürgermeister führt jedoch auch ganz persönliche Gründe an. „Ich leide an Hypertonie, regelmäßiges Blutspenden kann den Blutdruck senken und das Risiko von kardiovaskulärer Erkrankungen verringern“, weiß er. Da das Spenderblut auf Krankheitserreger getestet wird, sei es eine „gewisse Kontrolle“ und habe daher aus Wendls Sicht auch „gesundheitliche und psychische Aspekte“.

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