Raser fordert: Beamte sollen Augen zudrücken und zahlen. Verkehrssünder konterte auf Strafverfügungen: Er forderte von Mitarbeitern der Bezirkshauptmannschaft 2.000 Feinunzen an Silber.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 13. Juni 2019 (06:00)
Müller
Eine Sachbearbeiterin der Bezirkshauptmannschaft Bruck erhielt von dem Waldviertler eine skurrile Antwort.

Nach der Devise „Ihr könnt mir gar nix“ agierte ein 39-jähriger Waldviertler aus dem Bezirk Horn, wenn ihm Strafverfügungen wegen Geschwindigkeitsübertretungen ins Haus flatterten. Statt die verhängte Geldstrafe zu zahlen, antwortete er mit sogenannten Kulanzmitteilungen: Darin teilte er den jeweiligen Sachbearbeitern mit, dass sie das Verwaltungsstrafverfahren einstellen und ihm keine weiteren amtlichen Schreiben mehr zustellen sollen. Bei Zuwiderhandeln stellte er den Beamten Strafen und die Inrechnungstellung von 2.000 Feinunzen an Silber in Aussicht.

„Ich weiß jetzt, es war ein Blödsinn“

Unter anderen erhielten eine Beamtin der Bezirkshauptmannschaft Bruck und ein Beamter der damaligen Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung eine Kulanzmitteilung des Waldviertlers.

Dass er mit diesen Schreiben die Beamten zu einem Amtsmissbrauch bestimmen wollte, sei ihm bewusst gewesen, gab der Waldviertler vor Gericht zu. Er wollte aber weder ein Staatsverweigerer sein, noch einer souveränen Bewegung angehören. Er habe damals gedacht, in einem rechtsfreien Raum leben zu können, gestand er ein und versicherte: „Ich weiß jetzt, es war ein Blödsinn.“

Für den Waldviertler setzte es wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch ein Jahr auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.