Verkehrsstatistik 2017: Zwei Tote auf der Straße. Dauerbrenner sind Alkohol am Steuer und Schwerverkehr. Die Polizei setzt weiterhin auf verstärkte Kontrollen.

Von Josef Rittler. Erstellt am 28. März 2018 (05:25)
Einsatzdoku/Schulz
Mit einem wahren Schlachtfeld t endete die Amokfahrt eines Steirers Ende Juli 2017. Der Mann selbst und eine weitere Lenkerin wurden schwer verletzt und zahlreiche Autos beschädigt

Schwere Unfälle, Alkohol am Steuer und bedingt verkehrstaugliche Schwerfahrzeuge: Diese „Dauerbrenner“ dominieren die Verkehrsstatistik des Jahres 2017. „Sie umfasst erstmals den neuen Bezirk Bruck, die Zahlen sind daher nicht mit den Vorjahren vergleichbar“, berichtet Verkehrsreferent Gerhard Schmelzer vom Bezirkspolizeikommando Bruck.

Einzige Ausnahme: Die zwei tödlichen Unfälle des letzten Jahres ereigneten sich beide im ehemaligen Bezirk Wien-Umgebung. Im November war ein 61-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Burgenland mit seinem Sattelaufleger, der mit Bauschutt beladen war, auf der Landesstraße zwischen Trumau und Moosbrunn auf das Fahrbahnbankett gekommen. Der Lenker wurde im Führerhaus eingeklemmt und starb an den Verletzungen.

Bei jeder Schwerpunktkontrolle ziehen wir zwei bis fünf Alkolenker aus dem Verkehr.“ Verkehrsreferent Gerhard Schmelzer 

Weiters war ein 45-Jähriger Ende Dezember mit seinem Auto in ein Gasthaus in Himberg gekracht und noch an der Unfallstelle gestorben. Insgesamt waren 267 Personen durch Verkehrsunfälle verletzt worden.

Der Unfall mit dem meisten Gesamtschaden war die Amokfahrt eines 52-jährigen Steirers. Der Mann war mit über 200 Stundenkilometern von der S1 über die A4 Richtung Osten gerast, hatte mehrere Straßensperren überwunden und konnte erst kurz vor Hainburg gestoppt werden. Er krachte mit seinem Auto gegen einen Polizeibus, etliche weitere Fahrzeuge wurden teils schwer beschädigt.

Nach wie vor ein Thema ist Alkohol am Steuer, trotz zahlreicher Kontrollen durch die Polizei. „Bei jeder Schwerpunktkontrolle ziehen wir zwei bis fünf Alkolenker aus dem Verkehr“, stellt Schmelzer fest. Ein Hotspot sei die unmittelbare Umgebung von Wien.

"Prüfzug hat Sicherheit verbessert"

Dieser Trend dürfte sich auch heuer fortsetzen: Bei einem Planquadrat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden bei 250 Alko-Tests wieder drei alkoholisierte Lenker ertappt, zwei davon jenseits der 0,8-Promille-Grenze. Ein weiterer Lenker war durch Suchtmittel beeinträchtigt.

Immer wieder für Beanstandungen sorgt der Schwerverkehr. Ob technische Mängel an den Fahrzeugen selbst, zu viel oder nur ungenügend gesicherte Ladung oder Übertretungen der vorgeschriebenen Ruhezeiten: 89 Lkw mussten 2017 überhaupt gleich an Ort und Stelle abgestellt werden. Hier gibt es ebenfalls schon erste Daten aus 2018: Ein Prüfzug des Landes war am Donnerstag in Bruck im Einsatz.

Es wurden insgesamt 159 technische Mängel festgestellt (wobei an einem Fahrzeug durchaus mehrere auftreten konnten), neun Fahrzeugen wurden die Kennzeichen abgenommen und in siebzehn Fällen wurden Sicherheitsleistungen eingehoben – in Summe mehr als 10.000 Euro. „Dieser Einsatz des Prüfzuges hat, angesichts der festgestellten Mängel, die Sicherheit des Verkehrs in der Region signifikant verbessert“, resümiert Schmelzer. Die Polizei will verstärkt kontrollieren: Der Schwerpunkt wird im zweiten Quartal 2018 auf die Kontrolle der Kindersicherung gelegt. Es wird also überprüft, ob Sicherheitsgurte angelegt sind und Sturzhelme ordnungsgemäß verwendet werden.