Arbeiterkammer: „Corona wird uns länger verfolgen“. Mehr als 3.000 Menschen suchten Rat und Hilfe bei der Dienststelle der Arbeiterkammer in Hainburg. 526.000 Euro wurden erkämpft.

Von Josef Rittler. Erstellt am 18. August 2021 (05:01)
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Kammerrat Manfred Fiala und Christian Bauer präsentieren die Halbjahresbilanz der AK Hainburg.
Josef Rittler

Für die Mitarbeiter der AK-Bezirksstelle begann das neue Jahr wie das alte endete – im Zeichen der Corona-Krise. „Corona wird uns noch länger verfolgen. Mehr als 3.000 Menschen haben mit uns im ersten Halbjahr 2021 Kontakt aufgenommen“, erzählt AK-Bezirksstellenleiter Christian Bauer. Dabei sei es manchmal um rasche Auskünfte zu Kurzarbeit oder Home-Office gegangen. „In mehr als 1.100 Fällen benötigten die Dienstnehmer weiterführende Beratung“, so Bauer. Gerade die Krise zeige, wie wichtig eine regionale Anlaufstelle sei.

Vom Arbeitgeber ungerechtfertigt entlassen

Ein Kfz-Mechaniker im Bezirk hatte sich die Hand gebrochen, schildert Bauer ein Beispiel. „Der 47-Jährige hatte seine Frau mit der Gipshand beim Einkaufen begleitet und war dabei von seinem Dienstgeber gesehen worden“, berichtet Bauer. Dieser entließ den Mann am nächsten Arbeitstag.

„Das war klar eine ungerechtfertigte Entlassung“, sagt Bauer. „Mit der gebrochenen Hand konnte der Betroffene nicht arbeiten. Im Krankenstand darf er nichts tun, was seine Genesung gefährdet. Während der ärztlich bestätigten Ausgehzeit seine Frau beim Einkaufen begleiten, gefährdet die Genesung aber keineswegs“, so Bauer. Die Experten der AK erhoben umgehend Einspruch. Der Betroffene bekam so 30.000 Euro an ausstehenden Ansprüchen ausbezahlt.

Bauer rät daher: „Dem Arbeitgeber sollte ein Krankenstand so bald wie möglich mitgeteilt  werden und Ausgehzeiten sollten vom Arzt auf der Krankmeldung vermerkt werden“.

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