Mehrere A1-Projekte im Bezirk Bruck/Leitha. Ausbau erfolgt schrittweise und in erster Linie durch die Telekom. Bund förderte Vorhaben mit 2,2 Millionen Euro.

Von Nicole Frisch, Otto Havelka, Josef Rittler und Gerald Burggraf. Erstellt am 19. August 2020 (05:45)
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Der Ausbau des Breitbandnetzes über ganz Österreich ist ein erklärtes Ziel der türkis-grünen Bundesregierung. Auch das Land NÖ investiert in die digitale Infrastruktur (siehe Artikel rechts). Der Bund stellt für den Ausbau der Breitbandverkabelung eigene Fördermittel zur Verfügung. In den vergangenen Jahren flossen so etwas mehr als 2,2 Millionen Euro in die Gemeinden des Bezirks.

Allerdings waren in den meisten Fällen nicht die Kommunen die Empfänger der Gelder, sondern vielmehr die Niederösterreichische Glasfaserinfrastruktur GmbH (NÖGIG) – eine Landesgesellschaft – oder die A1-Telekom Austria AG. Letztere ist im Brucker Bezirk sehr aktiv, wie aus einer NÖN-Anfrage bei A1 hervorgeht.

So wurden bereits vom Bund geförderte Projekte in Hainburg, Hundsheim, Rohrau, Mannersdorf oder Trautmannsdorf umgesetzt. Ohne Bundesmittel ging hingegen der Breitbandausbau in Schwechat, Bruck, Höflein, Scharndorf, Enzersdorf oder Götzendorf vonstatten. In der Umsetzung unterscheidet A1 zwischen FTTC (fibre tot he curb – bis zur Gehsteigkante) und FTTH (fibre to the home – direkt in Wohnung/Haus).

Primäre Ausbauweise ist derzeit FTTC. Einerseits, weil die bestehenden Kupferkabel in die Wohnhäuser auf kurze Distanz sehr leistungsstark sind. Und andererseits, weil ein Ausbau letztlich wirtschaftlich sein muss, wie A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm gegenüber der NÖN festhält.

In Vorbereitung sind aktuell Senderanbindungen inklusive Breitband bis ins Haus (FTTH) in Bruck, Höflein, Hainburg, Rauchenwarth oder Petronell-Carnuntum. Bereits fix mit Bundesfördermittel kann A1 bei ihren FTTH-Ausbauprojekten in Himberg (geplant 2020), Hof, Sommerein (beide 2021) sowie Fischamend und im Bereich der Velmer Badeseen (2022).

Doch gerade in Himberg ist derzeit in Bezug auf den Breitbandausbau nicht alles eitle Wonne. So steht SP-Bürgermeister Ernst Wendl derzeit mit A1 ein wenig auf Kriegsfuß. In einer neuen Siedlung in Velm sollen 40 Häuser angeschlossen werden. A1 möchte, dass die Grabungen für die Leitungsverlegung von der Gemeinde finanziert werden. Kostenpunkt: rund 35.000 Euro. Bürgermeister Wendl steigt dabei aber die Zornesröte ins Gesicht: „Die kassieren die Förderungen und danach die Gebühren der Benutzer. Warum soll die Gemeinde die Grabungen bezahlen?“

Die Gemeinde müsse ja auch nicht für Strom- und Gasleitungen bezahlen, fordert Wendl eine entsprechende gesetzliche Bestimmung. Grundsätzlich sei er „natürlich für einen Breitbandausbau. Denn indirekt sei das auch eine Förderung des Wirtschaftsstandortes. Im Interesse der neuen Bewohner werde er „wohl auch in Velm die Krot fressen“ und die Kinetten für die Breitband-Kabel finanzieren.

In Hundsheim ist der Ausbau des Breitbandnetzes bereits vor zwei Jahren erfolgt. „Die Telekom hat zwei neue Verteiler errichtet und in die zwei Siedlungsgebiete bis an die Endpunkte Glasfaserkabel verlegt“, berichtet Bürgermeister Gerhard Math (SP).

In Sommerein gibt es Glasfaser-Internet derzeit nur in der neuen Siedlung im Wolfsbrunn. Im Vorjahr wurden die Anschlüsse für die neuen Reihenhäuser und Wohnungen in diesem Bereich hergestellt. „Die Leute haben jetzt Glasfaser-Internet bis ins Wohnzimmer“, sagt SP-Bürgermeister Karl Zwierschitz. Ansonsten sind in der Marktgemeinde noch Kupferkabel im Einsatz. In der Vergangenheit wurden jedoch acht Hotspots eingerichtet, damit das Netz trotzdem leistungsstark ist. Damit konnten auch Netzprobleme in „exponierten Siedlungen“ wie zum Beispiel dem Wenzelberg gelöst werden.

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