Nova-Brand nach neun Jahren geklärt. Die damaligen Betreiber der Disko sollen die Brandstiftung in Auftrag gegeben haben und sind geständig.

Von Susanne Müller. Update am 01. Februar 2021 (09:48)
Die Diskothek Nova wurde bereits vor mehreren Jahren abgerissen. Heute befindet sich an der Stelle in der Lagerstraße eine Wohnhausanlage.
Müller

Anstelle der ehemaligen Kultdisko „Nova“ befindet sich heute eine Wohnhausanlage in der Lagerstraße. In dem Disko-Gebäude war im Jahr 2012 ein Feuer ausgebrochen. Danach war das Gebäude leer gestanden, bis es letztendlich für den Wohnbau Platz machte.

Die Brandermittler waren damals rasch davon ausgegangen, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hatte. An mindestens sechs Stellen war mit einem Brandbeschleuniger Feuer gelegt worden. Die Benzinkanister wurden noch am Brandort gefunden. Der gesamte Innenbereich, sowie das Gebäude selbst wurden dadurch schwer beschädigt. Der Gesamtschaden belief sich auf über 1,4 Millionen Euro und wurde damals von der Feuerversicherung des damaligen Eigentümers gedeckt.

Auf die Fährte kam man allerdings jahrelang niemandem. Auch eine ausgesetzte Belohnung von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise brachte die Ermittler damals nicht weiter.

DNA-Treffer im Vorjahr

Erst im August des Vorjahres kam die Sache in Gang. Denn da langte beim Landeskriminalamt Niederösterreich ein Spurentreffer ein: Die DNA, die damals an einem der Benzinkanister gefunden wurde, stimmte mit der eines Täters überein, der nun in Tschechien straffällig geworden war. Nach weiteren intensiven Erhebungen durch Kriminalisten des Ermittlungsbereiches Brand des Landeskriminalamtes konnte die Tat jetzt geklärt werden.

Die Brandstiftung soll eine Auftragstat durch den damaligen Betreiber der Diskothek, einem nunmehr 47-jährigen österreichischen Staatsbürger aus dem Bezirk Hollabrunn und seinem Geschäftspartner, einem jetzt 50-jährigen österreichischen Staatsbürger aus dem Bezirk Tulln gewesen sein. Sie sollen einen heute 59-jährigen österreichischen Staatsbürger aus dem Bezirk Mistelbach für die Ausführung rekrutiert haben. Alle Beteiligten sind umfassend geständig.

Die beiden Betreiber hatten die Nova im November 2011 übernommen. Aufgrund schleppenden Umsatzes und hoher finanzieller Außenstände wurde vom Gebäudeeigentümer im Mai 2012 eine Räumungsklage beim zuständigen Bezirksgericht eingebracht. Der 47-Jährige soll deshalb den Entschluss gefasst haben, das Objekt in Brand setzen zu lassen, um an die Versicherungssumme zu kommen.

Die Brandstiftung soll letztlich durch den 59-jährigen Mistelbacher erfolgt sein, der in der Nova als DJ gearbeitet hatte. Er sollte dafür 5.000 Euro erhalten. Der Lokalbetreiber selbst soll vorab das Schloss der Notausgangstür manipuliert haben, um dem Täter ungehinderten Zutritt zu ermöglichen. Nachdem er den Brand gelegt hatte, soll der Täter noch in derselben Nacht zu Bekannten nach Deutschland gefahren sein, um sich ein Alibi zu verschaffen. Die Beschuldigten werden der Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt.