Anruferin in Panik: „Hilfe, er zuckt aus!“. Der Verdacht, er könnte ein zweites Mal betrogen worden sein, ließ eifersüchtigen und alkoholisierten Brucker (38) ausrasten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. Dezember 2019 (05:32)
Symbolbild
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Nach einem eingestandenen Seitensprung der Lebensgefährtin suchte ein Brucker (38) Trost im Alkohol. Das allgegenwertige Misstrauen und die häufigen Rauschzustände des 38-Jährigen trugen wenig dazu bei, den Riss in der Beziehung zu kitten. „Es kam fast täglich zum Streit, ich fühlte mich oft provoziert. Dann war ich davon überzeugt, dass sie mich ein zweites Mal betrogen und hintergangen hat“, schildert der Brucker vor Gericht. Er gibt zu, dass es am 7. August dieses Jahres zu einer lautstarken Auseinandersetzung gekommen sei. Geschlagen will er die Gefährtin (24) aber nicht haben. Er gibt lediglich wüste Beschimpfungen zu, und dass er gegen das Bett getreten habe.

Die verbalen Entgleisungen kann er auch nicht abstreiten: „Das war für die ganze Gasse hörbar“, sagt eine Zeugin. Die Bedrohte hatte auch eine befreundete Nachbarin angerufen und dieser hörbar in Panik mitgeteilt: „Hilfe, er zuckt aus!“

„Er schimpfte wüst, und ich konnte ihn Morddrohungen brüllen hören. Später hat mir die 24-Jährige dann erzählt, dass er mit der Faust auf sie eingeschlagen habe“, schildert die Nachbarin im Zeugenstand. Die Richterin konfrontiert den Beschuldigten mit den im Spital attestierten Verletzungen, einer Gehirnerschütterung und einer Schädelprellung, des Opfers. Der bleibt dabei, dass er nicht zugeschlagen habe.

Die Richterin verhängt über den Uneinsichtigen drei Monate auf Bewährung und spricht dem Opfer 300 Euro Schmerzensgeld zu.