Arbeitsmarkt: Jahr war besser als gedacht. Die Zahl der Beschäftigten steigt. Weniger profitieren konnten Frauen und ältere Jobsuchende.

Von Susanne Müller. Erstellt am 10. Januar 2020 (03:34)
AMS-Leiter Herbert Leidenfrost blickt auf 2019 zurück.
Müller

Das Jahr 2019 endete beim Arbeitsmarkservice (AMS) Bruck so, wie es begonnen hatte: Mit einer sinkenden Arbeitslosigkeit.

Ende Dezember waren 1.734 Jobsuchende beim AMS vorgemerkt, ein Minus von 87 Betroffenen. „Hochgerechnet konnten wir im Jahr 2019 mit monatsdurchschnittlich 1.497 vorgemerkten Arbeitslosen den positiven Trend der letzten beiden Jahre fortsetzen und pro Monat um 35 Personen unterschreiten. Das ergibt eine 7,3 prozentige Arbeitslosenquote“, erklärt der Geschäftsführer des AMS Bruck, Herbert Leidenfrost.

Damit übertraf das Jahr letztendlich die Erwartungen. Verbunden sei diese Entwicklung mit einem weiteren Wachstum der Beschäftigtenzahl. Durch den Zuwachs von 422 Beschäftigten komme man auf insgesamt 20.782 unselbstständig beschäftigte Personen im Bezirk. Das sei ein neuer Rekord. „Wir haben die immer noch große Arbeitskräftenachfrage der Wirtschaft genutzt, um unseren Vermittlungsaufgaben rasch und konsequent nachzukommen“, so Leidenfrost.

„Das dritte Jahr in Folge ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen zu senken“Herbert Leidenfrost

Besonders erfreulich sei, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Langzeitarbeitslosen über dem Durchschnitt lag. „Das dritte Jahr in Folge ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen zu senken“, betont Leidenfrost. Mit einem Minus von knapp neun Prozent auf durchschnittlich 129 Jugendliche sei der Rückgang bei der Jugendarbeitslosigkeit spürbar.

Bei den Langzeitarbeitslosen habe sich die günstige Arbeitsmarktentwicklung ebenfalls positiv ausgewirkt. „Mit einem Minus von 3,2 Prozent sinkt hier die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 12 auf 287 Personen pro Monat“, so Leidenfrost.

Nicht zu den Gewinnern des an sich positiven Trends zählen jedoch Frauen und ältere Personen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen beim AMS Bruck stieg gegenüber 2018 auf monatsdurchschnittlich 746 (+12) Personen. Bei Frauen, die älter als 50 Jahre sind, kam es ebenso zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Ihre Anzahl erhöhte sich gleichfalls um 16 auf 261 Personen“, so Leidenfrost. So ist auch insgesamt die Prognose für ältere Arbeitssuchende am schlechtesten. Derzeit ist jeder dritte Arbeitslose im Bereich des Brucker AMS über 50 Jahre alt. Und die Zahl ist mit durchschnittlich 572 pro Monat leicht steigend.