Architekten-Wettbewerb: Große Pläne für Musikschule

Die 550 Kinder, die in der Musikschule Bruck unterrichtet werden, sollen eine zeitgemäße Bleibe bekommen.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 05:31

Seit fast 20 Jahren befindet sich die Anton Stadler Musikschule im ehemaligen Finanzamt an der Ecke Feldgasse und Raiffeisengürtel. An dem Gebäude nagt jedoch schon ordentlich der Zahn der Zeit. Feuchte Kellerräume, Platzmangel und nicht zuletzt mangelnde Schallisolierung sind nur einige der Probleme, mit denen man in der Bildungseinrichtung zu kämpfen hat.

Nun soll das Thema langfristig in Angriff genommen werden. Ein Grundsatzbeschluss für die Durchführung einer Bauzustandsbeurteilung und eines Architekten-Wettbewerbs wurde vom Gemeinderat einstimmig gefasst.

Wettbewerb soll Entscheidung bringen

„Wir wollen einen Stein, der lange gelegen ist, ins Rollen bringen“, freut sich der zuständige Kultur-Stadtrat Swen Tesarek (SPÖ) über das eindeutige Votum des Gemeinderats. Fix ist, dass der Standort bleiben soll. Was es aber letztendlich werden soll – eine Renovierung, ein komplettes Aushöhlen oder gar ein Abriss und anschließender Neubau – hänge von der Beurteilung und vom Architekten-Wettbewerb ab. Der soll im Frühjahr starten.

Bis dahin sollen Musikschuldirektorin Serafia Myriknopoulou und die Gemeinde einen Kriterienkatalog zusammenstellen, was das Gebäude letztendlich können soll. „Uns als Gemeinde ist auch wichtig, dass auch die Blasmusik weiterhin einen Platz im Gebäude hat und, dass die Containerlandschaft hinter der Mittelschule wegkommt“, so Tesarek.

Container als Ausweichquartier

Dorthin ist derzeit ein Teil der Musikschule ausgelagert. Die Container sollen jedenfalls noch zumindest für fünf Jahre als Ausweichquartier während der Bauarbeiten bleiben. Wichtig sei auch, dass das Gebäude langfristig den Anforderungen der Musikschule entspricht. „Nach Tanz soll auch noch Theater in den Lehrplan aufgenommen werden. Man braucht also auch deutlich mehr Platz als jetzt“, so Tesarek. Geplant sei auch ein Konzertsaal für etwa 150 bis 200 Personen. „Und Barrierefreiheit muss natürlich auch ganz oben stehen“, so Tesarek. Insgesamt sind im mittelfristigen Finanzplan fünf Millionen Euro für das gesamte Projekt vorgesehen. „Das ist aber derzeit eine sehr grobe Schätzung“, betont Tesarek. Jedenfalls stehe diesbezüglich auch noch eine Verhandlung mit dem Land an.

Probleme mit Akustik in den Räumen

Musikschuldirektorin Serafia Myriknopoulou ist angesichts der Pläne hocherfreut: „Es ist wunderbar und höchst notwendig, denn im Moment haben wir keine Musikschule, sondern nur ein Dach über dem Kopf“. Abgesehen von den offensichtlichen baulichen Problemen, sei das Gebäude auch nicht für die Nutzung als Musikschule geeignet – die Akustik in den Räumen sei ebenso problematisch wie die fehlende Schalldämmung. „Ich bewundere die Kollegen, die Saxophon neben Klavier unterrichten, während alle alles hören“, so Myriknopoulou.

Darüber hinaus fehle es auch an einem adäquaten Veranstaltungsraum für die internen Konzerte, die aus pädagogischen Gründen notwendig seien. „Es ist ein Glück, dass wir die Container verwenden können, die viele Kollegen schon als eine eindeutige Verbesserung empfinden. Dort befindet sich unter anderem der Proberaum und der Tanz-Unterricht, weil das Schulgebäude ganz einfach seinen Zweck nicht erfüllt“, so die Schulleiterin, die auch auf das Offensichtliche verweist: „Bei dem Aussehen des Gebäudes sind wir extrem glücklich, dass die Schüler trotzdem so gerne zu uns kommen.“