Attacke auf Freundin aus Eifersucht. Er hat eine Bierdose gegen seine Freundin geschleudert und sie mit dem Fuß getreten: Darum wurde ein 25-Jähriger zu sieben Monaten bedingter Haft und zu einem Anti-Gewalt-Training verurteilt.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 06. August 2021 (05:26)
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Der junge Mann wurde im Landesgericht Korneuburg zu sieben Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt.
NÖN

Sein Mandant sei „bereit, die Wahrheit zu sagen“, avisierte Paul Nagy Richterin Monika Zbiral einen kooperativen Angeklagten. Anlass für sein Erscheinen bei Gericht war der Anruf einer Passantin am 23. April dieses Jahres bei der Polizei in Bruck, weil sie den Hilferuf einer Frau hörte.

Zuvor habe der 25-Jährige eine Bierdose zerdrückt und diese gegen seine damalige Freundin (21) geschmissen. „Ich bin ein richtig eifersüchtiger Mensch“, so der 25-Jährige zu der Richterin.

Richterin:  „Weil Sie glauben, dass Sie mit Frauen anschaffen können“

Der Grund für seine Eifersucht, war ein Bekannter mit zweifelhaftem Ruf, der bei seiner Freundin in der Wohnung verblieb, während er in Schwadorf etwas zu erledigen hatte. Als er zurückkam, war der Mann immer noch da und die 21-Jährige habe sofort beteuert: „Es war nichts“. Warum sich seine Wut nicht gegen den Mann gerichtet habe, wollte Zbrial wissen; „Kurzschlussreaktion“, war die Antwort. „Weil Sie glauben, dass Sie mit Frauen anschaffen können“, gewann die Richterin den Eindruck eines sehr konservativen Weltbilds des Mannes.

Das konnte der Mann zwar bezüglich seiner Eifersucht nicht korrigieren, aber was – zum Beispiel – die Hausarbeit betraf, schon. Er habe gekocht, sich um die Küche gekümmert und andere Hausarbeiten erledigt, während sie lediglich für die Wäsche zuständig gewesen sei. Wobei das Problem des Paares wohl eher die Konfliktfähigkeit beiderseits, als die Hausarbeit war. Sie haben sich oft und lautstark gestritten – so die Ex-Partner übereinstimmend. Den ersten groben körperlichen Übergriff habe es heuer im Februar gegeben.

Als Auslöser gab der 25-Jährige den Tod seiner Mutter Ende November 2020 an. Und bei einem ihrer vielen Streite habe die 21-Jährige ihn als „Hurensohn“ beschimpft, sodass er ihr eine „Watsche“ verpasst habe. Dem Gericht erzählte die Exfreundin, dass er mit seinem Fuß gegen ihren Kopf getreten habe – eine Information, die sowohl für Staatsanwaltschaft, Gericht, als auch Verteidigung neu war.

Richterin Zbiral verurteilte den 25-Jährigen zu einer siebenmonatigen, bedingten Freiheitsstrafe. Sie sei überzeugt, dass die Frau zwischen Februar und April fortgesetzter Gewalt ausgesetzt war. Darüber hinaus ordnete sie Bewährungshilfe und ein Anti-Gewalt-Training an. Das „Danke schön“ des Verurteilten klang ehrlich erleichtert.