Aus für Blues-Festival. Mit der Auflösung des Vereins „Bluesfriends“ stirbt auch der legendäre „Wienergassenblues“ – just vor dem 10-Jahr-Jubiläum.

Von Otto Havelka. Erstellt am 28. Februar 2018 (03:05)
„Bluesfriends“-Obmann Thomas Bauer: kein Blues-Festival.
NOEN, Havelka

Seit vergangenem Donnerstag ist es amtlich: Der 2009 gegründete Verein „Bluesfriends“ hat sich aufgelöst und mit ihm auch das Festival „Wienergassenblues“. Ende Juni hätte das Festival sein 10-jähriges Jubiläum mit ausgesuchten Blues-Musikern gefeiert.

Doch der Tod des Brucker PR-Beraters und „Bluesfriends“-Gründers Wolfgang Stinauer reißt nun ein großes Loch in die Kulturszene. „Er hat den Blues verkörpert“, weiß „Bluesfriends“-Obmann Thomas Bauer. Der ehemalige Geschäftsführer der „Winwin“-Filiale (Casino Austria) in Bruck und nunmehrige „Winwin“-Standort-Manager in Wiener Neustadt sieht sich außerstande, das legendäre Festival weiter zu organisieren.

5.000 Besucher in Spitzenjahren

Bis zur Schließung der Brucker „Winwin“-Filiale vor rund zwei Jahren war die Casino Austria-Tochter einer der Hauptsponsoren des Brucker Blues-Festivals. Nun ist Bauer damit beschäftigt, die Vereinsauflösung über die Bühne zu bringen. Engagements müssen storniert, bereits erhaltene Förderungen zurückgezahlt werden. „Das ist traurig, aber verständlich“, nimmt SP-Kulturstadtrat Gerhard Weil die Festival-Absage zur Kenntnis. Immerhin hatte sich Bruck in den vergangenen zehn Jahren zu einer (provinziellen) Hauptstadt des Blues gemausert.

In Spitzenjahren verzeichnete man gut 5.000 Besucher. Dazu kamen einige Konzertabende am „Hopfnbod’n“, die nun ebenfalls obsolet sind. Kulturstadtrat Gerhard Weil will das Blues-Zentrum Bruck aber trotzdem noch nicht ganz abschreiben: „Vielleicht ist doch noch ein Revival möglich“, hofft er.