Baukultur als Chance für das Römerland. Mit dem Programm „LENA“ sollen in der stark wachsenden Region Leitlinien für Gestaltung des Lebensraums entwickelt werden.

Von Josef Rittler. Erstellt am 18. September 2018 (14:30)
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Cornelia Fischer (Projektleiterin Römerland), GVV-Obmann Johann Köck, Rosemarie Rupp (Römerland), Bezirkshauptmann Peter Suchanek, Sibylla Zech (TU Wien), Hans Rupp (Obmann Römerland), Architekt Gerhard Kopeinig, Thomas Dillinger (TU Wien) und Gabriele Preisinger (Geschäftsführerin Römerland).
Rittler

In der Bezirkshauptmannschaft erfolgte am Donnerstag der Auftakt zum Römerland-Programm „LENA“, das von Cornelia Fischer geleitet wird. „Lena, das ist kein Frauenname, sondern eine Abkürzung von ,Unseren Lebensraum gemeinsam nachhaltig gestalten‘“, erklärte Experte Thomas Dillinger, Professor an der TU, bei der Vorstellung des Projektes.

Der Inhalt von „LENA“: Der Bund hat Mitte des Vorjahres „Baukulturelle Leitlinien“ herausgegeben. Diese zwanzig Leitlinien befassen sich mit der Orts- und Landschaftsplanung und damit, wie gebaut und saniert werden soll. Sie sollen auf die Region Römerland umgelegt werden. Diese, nach Jahrzehnten des Dornröschenschlafes am Eisernen Vorhang, wächst derzeit stark, eine „europäische Metropolregion“ (Dillinger). Es bedürfe daher einer „aktiven Bodenpolitik, um Flächen zu sparen, Zersiedelung zu verhindern und die Baukultur der Region als ein identitätsstiftendes Merkmal zu etablieren“. „LENA ist keine Studie, sondern es geht darum, mit den Entscheidungsträgern in der Region ein Bekenntnis zur regionalen Baukultur zu entwickeln“, so Dillinger.

"Baukultur lebt vom Zusammenspiel vieler Kräfte"

Dieser Begriff wird weit gefasst: Laut den Leitlinien findet man „Baukultur (...) überall dort, wo Menschen ihren Lebensraum gestalten. Baukultur manifestiert sich in Gebäuden, Straßen und Plätzen ebenso wie in Verkehrs- und Infrastrukturbauten, Gewerbeparks und Dorfzentren. Sie lebt vom Zusammenspiel vieler Kräfte.“ Expertin Sibylla Zech (sie lehrt ebenfalls an der TU) nannte das Haydnhaus in Rohrau als Beispiel traditioneller Baukultur. Aktuell seien folgende Aufgaben zu bewältigen: die Stärkung der Ortskerne, das Schließen von Baulücken und die Sicherung von Freiflächen.

Architekt Gerhard Kopeinig aus Kärnten stellte einige seiner Projekte vor, darunter ein Unternehmensgebäude in Jois.

Weitere Schritte im „LENA“-Programm: Workshops im Herbst und ein Plenum im Februar nächsten Jahres.