Bezirk im Trend, mit kleinen Ausnahmen. ÖVP kann über Zugewinne in fast allen Gemeinden jubeln, nur nicht in Wolfsthal. In Petronell gab‘s das größte Plus für die SPÖ.

Von Adalbert Mraz, Susanne Müller, Josef Rittler und Nicole Frisch. Erstellt am 29. Mai 2019 (03:43)
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Im Bezirk zeichnete die EU-Wahl im Großen und Ganzen ein ähnliches Bild wie in ganz Österreich. In einigen Gemeinden gab es am Ende des Tages doch zumindest auffällige Ergebnisse.

Was die Wahlbeteiligung angeht, so war dieses Mal das kleine Hundsheim im Osten des Bezirks Spitzenreiter. Hier gingen von den 476 Wahlberechtigten 71,64 Prozent zur Wahl. Das ist eine deutliche Steigerung zur Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl 2014, bei der nur 59,83 Prozent Wahlbeteiligung verzeichnet wurden. SP-Bürgermeister Gerhard Math erklärt dazu: „Es hat bei uns keine besonderen Maßnahmen irgendeiner wahlwerbenden Partei gegeben. Wir haben aber traditionell bei allen Wahlen eine hohe Wahlbeteiligung.“

In Zwölfaxing haben die Blauen die Nase vorne

Auffallend ist auch, dass die einzige Gemeinde im Bezirk, in der die ÖVP keine Zugewinne verzeichnete, sondern ein Minus von 5,19 Prozent, die Gemeinde von VP-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordnetem Gerhard Schödinger ist, also Wolfsthal. Schödinger nimmt das gelassen, er sieht im Ergebnis seiner Heimatgemeinde bloß eine „Bereinigung der Prozentzahlen zu den vorangegangenen Wahlen“. Und die ÖVP kam auch in Wolfsthal immer noch auf 48,7 Prozent. Zwölfaxing ist die einzige Gemeinde im Bezirk, in der die FP Platz eins belegte. Insgesamt erreichte die Freiheitliche Partei dort 28,82 Prozent. „Den Wählerwillen muss man anerkennen“, sagt SP-Bürgermeisterin Astrid Reiser. Erfreulich ist laut Reiser, dass die Wahlbeteiligung seit der letzten Wahl um rund neun Prozent gestiegen ist. 53,60 Prozent der Zwölfaxinger gaben ihre Stimme ab.

Eine der wenigen Gemeinden, in der die SPÖ ein Plus vor dem Ergebnis stehen hat, ist übrigens wieder einmal die Bezirkshauptstadt Bruck. Auch wenn das Plus dieses Mal mit 0,59 Prozent nur sehr klein ausgefallen ist und die ÖVP auch hier über einen kräftigen Zugewinn jubelt. „Als Brucker ÖVP sind wir vom Ergebnis natürlich hocherfreut und orten eine kleine Aufbruchsstimmung in unserer Stadt. 7,66 Prozent Plus haben uns bis auf zwei Prozent an die SPÖ gebracht“, freut sich VP-Sprecher Ronald Altmann.

Das größte Plus verzeichnete die SPÖ in Petronell-Carnuntum. „Wir freuen uns, dass die SP Petronell-Carnuntum als bekennende Pro-Europa-Partei die meisten Stimmenzuwächse für die SP in einer Gemeinde im Bezirk verbuchen konnte. Auch mit der signifikant höheren Wahlbeteiligung sind wir zufrieden. Offensichtlich ist es uns im Wahlkampf auch gelungen, auf die Bedeutung der Wahl hinzuweisen und viele zur Stimmabgabe zu motivieren“, erklärt Bürgermeister Martin Almstädter (SP).