„Bin Teamplayerin“: Sabine Puchinger als Direktorin fix

Erstellt am 26. Januar 2022 | 05:43
Lesezeit: 4 Min
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Sabine Puchinger erhält von Bildungsdirektor Johann Heuras ihr Dekret, das sie offiziell zur Direktorin ernennt.
Foto: Gymnasium Bruck
Sabine Puchinger ist jetzt offiziell die neue Direktorin des Gymnasiums in Bruck.
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Sabine Puchinger ist seit fast zweieinhalb Jahren mit der interimistischen Leitung des Gymnasiums betraut gewesen. Nach der Ausschreibung der Leitungsfunktion erhielt sie nun offiziell das Dekret von Bildungsdirektor Johann Heuras, das sie zur Direktorin ernennt.

NÖN: Was sind Ihre Ziele und Pläne für die Schule?

Sabine Puchinger: Mein Ziel ist eine gute Zusammenarbeit im Team, in der Schulgemeinschaft und in der Region, um die besten Rahmenbedingungen zu schaffen für die jungen Menschen, die hier lernen wollen. Es ist schon viel Entwicklung passiert. Äußerlich durch die Funktionssanierung, aber auch inhaltlich. Wir haben drei neue Schulformen für die Oberstufe entwickelt. Sie geben ganz viel Raum für Allgemeinbildung und bieten doch auch Schwerpunkte. Das ist der Rohstoff, damit unsere Schüler das meistern können, was sie nach der Schule erwartet. Im Bereich Digitalisierung sind wir auf den Zug aufgesprungen, aber wir wollen gut verstehen, in welcher Geschwindigkeit wir diesen Paradigmenwechsel vollziehen. Es muss immer der ganze Mensch im Vordergrund stehen. Dazu gehören Beziehungen und reale Begegnungen und kritisches Denken.

Was läuft bereits jetzt gut?

Puchinger: Die Arbeit im Team und das freut mich besonders, denn ich bin eine Teamplayerin. Die Kommunikation läuft gut und ich tue auch viel dazu. Das gehört zur Arbeit an einer wertschätzenden Schulkultur.

Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?

Puchinger: Es gibt auch bei der Kommunikation und bei der Teamarbeit trotzdem noch Luft nach oben. Wir schauen immer, wo wir sie noch verbessern können. Das ist Teil der Schulentwicklung, an der wir regelmäßig arbeiten. Ansonsten spüren wir stark, dass es für die psychosoziale Gesundheit Maßnahmen braucht. Die Schulpsychologin ist mittlerweile vierzehntägig da, aber auch das ist noch zu wenig. Der Leidensdruck ist zurzeit groß. Das Netzwerk in der Region ist aber zum Glück sehr gut, ich weiß also, wo ich meine Schüler hinschicken kann.

Was sind die wichtigsten Dinge, die eine AHS ihren SchülerInnen mitgeben sollte (abseits von den Inhalten der Unterrichtsgegenstände)?

Puchinger: Freude an Bildung im weitesten Sinn; Neugier für das Leben, um es zu entdecken, zu erforschen; zu wissen, was wertschätzende, wohlwollende Beziehungen sind, die ihnen Kraft geben – da gehört auch Höflichkeit dazu; konstruktiv-kritisches Denken, das sich auf gut recherchierte Fakten stützt; Zivilcourage; Pünktlichkeit und Verlässlichkeit.

Sie sind ja schon seit zweieinhalb Jahren mit der Leitung betraut worden – ist der Leitungsjob so, wie Sie ihn sich vorgestellt haben?

Puchinger: Ja, ich habe ihn mir genau so vorgestellt. Ich bin sehenden Auges in diese Entscheidung gegangen. Ich wusste, ich kann das. Der Job bedeutet viel Verantwortung und, Entscheidungen zu treffen. Das kann ich, und zwar auch deshalb, weil ich sie im Team treffe. Ich lasse mich beraten und dafür nehme ich mir auch Zeit. Und ich biete auch gerne Begleitung an. Es hilft mir, dass ich nicht mehr ganz jung bin. Ich habe schon viel erleben dürfen, viel reisen dürfen, das hat mir geholfen, einen weiten Blick zu bewahren. Ich habe mittlerweile eine unerschütterliche Haltung und die besteht aus einer großen Liebe zum Menschen, egal ob klein oder groß.

Was ist das Schönste daran, was das Schwierigste?

Puchinger: Ich habe in der Leitungsfunktion ja fast nur die Pandemiezeit erlebt. Das nimmt natürlich viel Platz weg für anderes. Da ist das Schwierigste definitiv, dass man keine Planungssicherheit hat. Das Schönste sind die Begegnungen, die Gespräche, auch dann, wenn sie schwierig sind, und das gemeinsame Entwickeln.

Wie hat die Pandemie den Schulbetrieb verändert?

Puchinger: Kurzfristig natürlich die organisatorischen Abläufe von den Hygienemaßnahmen bis zum Planungsaufwand. Längerfristig, dass es nicht mehr allen Jugendlichen richtig gut geht, Stichwort psychosoziale Gesundheit. Vielen fehlt es an Motivation und Leistungsbereitschaft. Aber ich suche immer nach neuen Chancen und vielleicht ist das eine Chance, manche Dinge neu aufzustellen, wie zum Beispiel die Schulveranstaltungen, die ja jetzt gar nicht möglich waren. Vielleicht wollen wir die künftig klimaneutral gestalten.

Woran erinnern Sie sich im Rückblick an Ihre eigene Schulzeit gerne zurück?

Puchinger: An den Sportunterricht, an meine besten FreundInnen, an die Schulveranstaltungen und an den krönenden Abschluss, das Maturazeugnis in die Hand zu bekommen.

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