Boehringer Ingelheim will 2023 zu bauen beginnen

Erstellt am 01. April 2022 | 11:59
Lesezeit: 4 Min
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Landesrat Jochen Danninger, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Boehringer Ingelheim RCV-Generaldirektor Philipp von Lattorff, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Brucks Bürgermeister Gerhard Weil und Helmut Miernicki von Ecoplus.
Foto: APA Fotpservice/Martin Hörmandinger
Der deutsche Pharma-Riese errichtet sein neues Werk am Ecoplus-Gelände in Bruck. Vor allem das Potenzial an erneuerbarer Energie hat den Konzern nach Bruck gelockt.
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Vor wenigen Tagen war es der Paukenschlag: Der deutsche Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim will in Bruck um 1,2 Milliarden Euro einen neuen Standort errichten (die NÖN berichtete). 800 Mitarbeiter sollen dort einen Job finden.

Spatenstich im ersten Quartal 2023

Nun soll es schnell gehen, wie Generaldirektor Philipp von Lattorff heute wissen ließ: Schon im ersten Quartal 2023 soll der Spatenstich auf dem 20 Hektar großen Grundstück neben der Autobahn stattfinden. Für Bruck habe man sich vor allem deshalb entschieden, weil dort das Angebot an nachhaltigen Energieformen so vielfältig ist, wie es durch den Energiepark eben ist. Auch die Lage biete sich an.

"Wir wollten aus Sicherheitsgründen eine gewissen Distanz zu unserem Standort in Wien, aber auch eine gewisse Nähe, damit wir uns gegenseitig unterstützen können", erklärte von Lattorff. Auch die Errichtung der Anlage, die sich auf mehrere Gebäude aufteilen wird, soll rasch vonstatten gehen.

Fertigstellung für 2026 geplant

"Wir wollen das zügig in vier Jahren hinstellen", sagte Torsten Mau, Head of Biopharma Operations, dass die Fertigstellung für 2026 geplant sei. Die Anlage soll der in Wien Meidling, die im Vorjahr fertiggestellt wurde, sehr ähnlich sein - allerdings mit einem Mehraufwand beim Thema Nachhaltigkeit. "Wir wollen die bestehenden grünen Energiequellen nutzen", verweist Mau auf Windkraft, Biogas, Photovoltaik, die in Bruck vorhanden sind.

Zusätzlich soll auf dem Gelände eine eigene Hackschnitzel-Anlage für die Deckung des Energiebedarfs sorgen. Ziel sei es, bereits am Tag eins zu 100 Prozent CO2-neutral zu sein.  "Die Fläche ermöglicht uns eine optimale Positionierung der Gebäude", so Mau. Neben dem Hauptgebäude sind etwa auch ein Logistik-Center, eine Energiezentrale, ein Gebäude für die Qualitätssicherung, sowie ein Gebäude für Seminarräume und Betriebsrestaurant geplant. 

Positive Reaktionen aus Niederösterreich

Jubel ob der Pläne für die Großinvestition kam sowohl aus dem Land Niederösterreich, als auch aus dem Wirtschaftsministerium, sowie natürlich aus der Stadt Bruck. Sowohl in Bruck als auch in ganz Niederösterreich ist dies die größte Betriebsansiedelung, die es je gegeben hat. "Das erfüllt uns mit großer Freude und gibt Kraft für die Herausforderungen, die uns bevorstehen", verwies Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP)  einerseits auf die Pandemie, andererseits auf den Krieg in der Ukraine.

Österreich kann die Apotheke Europas werden. (Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck)

Beide hätten gezeigt, wie fragil die bestehenden Systeme sind, und wir groß die Abhängigkeit von anderen Ländern in manchen Bereichen ist. "Auch bei der pharmazeutischen Industrie - umso wichtiger ist es, dass derartige Großprojekte hier umgesetzt werden", betonte Mikl-Leitner. Doch auch für ganz Österreich sei dies ein "Leuchtturm-Projekt", sah Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP)  große Chancen im pharmazeutischen Bereich: "Österreich kann die Apotheke Europas werden. Wir müssen nur die richtigen Rahmenbedingungen schaffen", so Schramböck. 

Entwicklung des Ecoplus-Wirtschaftsparks

Für Bruck lässt sich die Dimension der Investition am Vergleich der Entwicklung des Ecoplus-Wirtschaftsparks in den letzten zehn Jahren verdeutlichen: 335 Betriebsansiedelungen wurden hier von Ecoplus begleitet mit einer Gesamtinvestition von einer Milliarde Euro. Insgesamt gibt es am Ecoplus-Gelände derzeit 76 Betriebe mit 771 Arbeitsplätzen.

Entsprechend groß ist bei der Stadt die Freude über den Zuschlag für das Projekt, das sowohl die Investitionssumme als auch die Zahl der Jobs dort mehr als verdoppeln soll. "Wir sind schon lange sehr nachhaltig unterwegs. Dafür braucht es ein tolles Netzwerk und das haben wir mit dem Energiepark, dem Römerland Carnuntum, mit Ecoplus und dem Land NÖ.

Bei uns gibt es quer durch das Portfolio der erneuerbaren Energie alles zu haben", betonte Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ), der ankündigte, dass sich Boehringer Ingelheim auch direkt in Bruck präsentieren werden, und zwar einerseits bei Stadtgesprächen und andererseits vor dem Gemeinderat. 

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