Bahnhof: Zu viele Räder für zu wenig sicheren Platz

Grüne fordern absperrbare Boxen für Fahrräder. Stadtchef will sich bei ÖBB dafür stark machen. Diese startet bald mit Testphase.

Erstellt am 04. Oktober 2018 | 04:45
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Die Bike&Ride-Anlagen am Brucker Bahnhof sind erst vor zwei Jahren vergrößert worden, aber dennoch oft übervoll.
Foto: Müller

Erst letzte Woche ist es Grün-Gemeinderat Roman Kral gemeinsam mit seinem Bruckneudorfer Parteikollegen Gerhard Mölk gelungen, am Bahnhof einen Raddieb zu stellen und der Polizei zu übergeben (die NÖN berichtete). Kral sieht bei der dortigen Bike&Ride-Anlage aber insgesamt Handlungsbedarf. „Wir brauchen mehr Radabstellplätze“, verweist er darauf, dass die Auslastung derzeit oft „über 100 Prozent“ betrage, sprich drei Räder an einer Halterung für zwei abgesperrt seien.

Darüber hinaus brauche es aber auch versperrbare Radboxen, um teurere Räder oder E-Bikes sicher am Bahnhof abstellen zu können. „Derartiges gibt es bereits für jeweils zwei Fahrräder, Helm und Kleidung. Ein Test der ÖBB startet demnächst“, wünscht sich Kral solche Boxen auch für Bruck. Damit habe er sich auch schon bei seiner Ausbildung zum Mobilitätsbeauftragten beschäftigt. „Und das ist natürlich Teil der grünen Vorstellungen für das Verkehrskonzept“, sagt Kral. Eine Möglichkeit wäre die Nutzung leerer Räume im alten Bahnhofsgebäude. Kral spricht sich jedenfalls dafür aus, Gemeinden, Länder und ÖBB dafür an einen Tisch zu holen.

"Mann kann sich eine Ausweitung überlegen"

Die ÖBB bestätigt, dass es ab dem Winter Pilotprojekte für Radboxen mit Testphasen zwischen sechs und 12 Monaten geben wird. „Falls die Boxen von den Kunden gut angenommen werden, kann man sich eine Ausweitung überlegen“, erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif, dass es dafür derzeit aber noch keine Rahmenbedingungen, was Finanzierung oder Aufstell-Kriterien angeht, gebe. „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das erforderliche Angebot über das Bike&Ride-Programm abgedeckt wird“, sagt Seif. Derzeit gibt es österreichweit vereinzelt Boxen an verschiedenen Bahnhöfen, etwa in Baden, aber auch in Vorarlberg, Salzburg und Kärnten. Diese Boxen wurden allerdings laut Seif von den jeweiligen Gemeinden errichtet.

Grundsätzlich für die Idee zu haben ist auch SP-Bürgermeister Gerhard Weil. „Ich habe den Vorschlag aus einem Gespräch mit Roman Kral aufgenommen und werde das bei den ÖBB forcieren“, verspricht er. Davon, dass die Gemeinde die Boxen auf eigene Kosten auf ÖBB-Grund errichten könnte, hält Weil allerdings wenig. Einen ersten Versuch mit derartigen Boxen will er auf der Park&Ride-Anlage in Wilfleinsdorf starten. „Und dann natürlich auch in Bruck“, will Weil auf Gespräche mit den ÖBB setzen.