Leitha künftig besser vor Verunreinigung schützen. Styropor und Plastik wurden aus dem Fluss geborgen. Nun soll Strategie helfen, das Gewässer sauber zu halten.

Von Susanne Müller. Erstellt am 29. April 2020 (05:45)
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Mithilfe des Kranladers des Brucker Bauhofs wurden die Verunreinigungen aus der Leitha entfernt.
privat

Styroporboxen in der Leitha hatten zuletzt für Aufregung gesorgt (die NÖN berichtete). Nun kümmerten sich die Bürgermeister von Bruck und Bruckneudorf, Gerhard Weil und Gerhard Dreiszker (beide SP), über die Landesgrenze hinweg um die Beseitigung der Verunreinigungen. Für die Zukunft will man eine gemeinsame Strategie erarbeiten, die dazu beitragen soll, den Leithafluss sauber zu halten.

Zahlreiche Hinweise hätten mittlerweile dazu geführt, dass die Herkunft der Styroporboxen auf ein Unternehmen im Bezirk zurückgeführt werden konnten. Die Firma wurde mittlerweile von der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl kontaktiert, nachdem Bruckneudorfs Umweltgemeinderat Bernhard Schütz den Sachverhalt aktenkundig gemacht hatte. Man wolle künftig Abholer und auch Lieferanten strikt informieren, den korrekten Entsorgungsweg einzuhalten, sei aus dem Unternehmen zu hören. Auch die für das niederösterreichische Ufer zuständige Bezirkshauptmannschaft Bruck sei informiert worden.

Weitere massive Verunreinigungen durch Flaschen und Fassadenstyropor nahmen nun die Bürgermeister von Bruck und Bruckneudorf zum Anlass für ein Arbeitsgespräch vor Ort. Sämtliche Ansammlungen von Plastik und Styropor an den Querverbauungen sollen entfernt werden. Die Brucker Firma Bunge als Betreiber der Schleuse in der Leithaau beteiligte sich an dem Vorhaben.

Problem hat eine regionale Dimension

„Was hier alles im Fluss landet, ist eine echte Sauerei! Wir werden unser Naherholungsgebiet nun von Plastik und Styropor befreien und wollen in Zukunft einen sauberen Fluss haben“, sind sich Weil und Dreiszker einig. In den nächsten Wochen sollen die flussaufwärts liegenden Gemeinden kontaktiert werden. Auch der Leithawasserverband soll künftig anlässlich der Entfernung von Verklausungen zur Bergung des Plastikmülls aus dem Fluss beitragen. Bei Baustellen und Unternehmen in Gewässernähe will man hinsichtlich der sturmfesten Lagerung von Plastik und Styropor sensibiliseren.

„Es wäre einfach zu sagen: Beim nächsten Regen wird eh alles weitergeschwemmt. Den Müll von einer Leithagemeinde zur nächsten zu schicken, das kann nicht unser Zugang sein“, betont Bruckneudorfs SP-Umweltgemeinderat Bernhard Schütz auch die überregionale Dimension. Naturfreunde unter den Spaziergängern, Radlern, Joggern, Birdwatchern und Anglern würden bei neuen Verunreinigungen Alarm schlagen. Eine entsprechende Routine zur Bergung und Entsorgung sowie zur raschen Feststellung der Herkunft sei bereits in Arbeit. „Es muss allen klar sein, dass es hier um Kosten geht, die die öffentliche Hand tragen wird. Daher wollen wir verstärkt versuchen, die Verursacher ausfindig zu machen und diese auch zur Kasse zu bitten“, so Weil.