„Corona-Tiere“ füllen die Tierheim-Zwinger

Während der Pandemie angeschaffte Haustiere werden häufig ausgesetzt, wenn die Homeoffice-Phase vorbei ist. So verzeichnet auch das Tierheim Bruck einen rapiden Anstieg an Katzen.

Susanne Müller
Susanne Müller Erstellt am 22. September 2021 | 05:31
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Zuletzt kamen nach einem Animal-Hoarding-Fall noch elf Chihuahuas ins Tierheim dazu.
Foto: Tierheim

Für die Tierheime hat die Corona-Krise unverhoffte Auswirkungen. Denn offenbar brachten die Lockdowns viele Menschen auf die Idee, sich ein Haustier anzuschaffen. Was in Zeiten von Homeoffice nach willkommener Gesellschaft klang, dürfte sich dann für viele mit dem normalen Arbeitsalltag als wenig kompatibel herausgestellt haben. Und zahlreiche Tiere landeten im Tierheim.

„Vor allem nach Ende des dritten Lockdowns und vor Ferienbeginn haben wir vermehrt Anfragen bekommen, ob wir Hunde bei uns aufnehmen können. Es hat sich vor allem um alte Tiere und um Tiere aus dem Auslandstierschutz gehandelt. Besonders die Tiere aus dem Auslandstierschutz wurden während der Lockdowns nach Österreich gebracht“, weiß Brucks Tierheim-Obfrau Anna Zwettler.

23 Hunde und 60 Katzen warten auf neues Zuhause

Aber auch junge erwachsene Katzen im Alter von ein oder zwei Jahren wurden plötzlich ausgesetzt gefunden. „Aufgrund des allgemein guten Gesundheitszustandes der Katzen vermuten wir, dass die Katzen im Frühling/ Sommer 2020 gekauft wurden und jetzt nach Ende der Homeoffice-Phase für ihre Besitzer nicht mehr interessant sind“, so Zwettler.

Insgesamt betreut das Brucker Tierheim-Team derzeit 23 Hunde und etwa 60 Katzen. Für die hohe Zahl der Katzen sei auch ausschlaggebend, dass die gesetzlich vorgeschriebene Kastrationspflicht für Freigänger nach wie vor oft nicht eingehalten werde. Hier würde man sich von der Politik stärkere Sanktionen wünschen. „Sehr oft sind gefundene Kitten krank und müssen erst wieder langwierig gesund gepflegt werden. Mit der Einhaltung der Kastrationspflicht kann sehr viel Tierleid verhindert werden“, so Zwettler.

Hohe Kosten durch medizinische Versorgung

Freilich verursacht all das für das Tierheim hohe Kosten, nicht nur für Betreuung und Futter, sondern auch für die medizinische Versorgung. Einnahmequellen sind seit der Corona-Krise aber Mangelware, da keine Veranstaltungen abgehalten werden konnten.

„Die Spendenbereitschaft der Menschen ist nach wie vor groß, wofür wir uns herzlich bedanken möchten. Futterspenden werden nach wie vor regelmäßig gebracht, sie werden dringend gebraucht.“ Geldspenden würden im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen. Hier vermutet Zwettler, dass auch die Pandemie und die damit verbundene finanzielle Belastung vieler Menschen verantwortlich ist.

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