Demonstrieren für Zukunft: Schüler mit einer Mission. Zahlreiche Schüler aus dem Brucker Gymnasium engagieren sich für Klimaschutz.

Von Susanne Müller. Erstellt am 03. April 2019 (03:26)
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„Es ist schockierend, wie viele Leute davor die Augen verschließen“, sagt Marie Pober. Die Schülerin des Brucker Gymnasiums gehört mit etlichen Schulkollegen zu jenen, die den Klimawandel nicht länger einfach so hinnehmen wollen.

So wie viele andere Schüler wollen die Gymnasiasten durch ihre Teilnahme an den „Fridays for Future“-Demonstrationen in Wien die Politik, aber auch die Bevölkerung wach rütteln. „Wir sehen den Klimawandel als großes Problem. Es gefällt uns nicht, dass die Regierung keine entsprechenden Maßnahmen setzt“, erklärt Anna Rupp ihre Motivation, sich per Streik für mehr Umweltbewusstsein einzusetzen. Diejenigen, die sich die Mühe machen, zu solchen Demos nach Wien zu fahren, setzen sich auch in anderen Bereichen für den Klimaschutz ein. Und sie versuchen, in ihrem Umfeld für mehr Bewusstsein dafür zu sorgen, dass jeder etwas verändern kann.

"Jeder kann seinen Beitrag leisten"

„Wir wollen die Menschen auf das Thema aufmerksam machen. Jeder kann seinen Beitrag leisten“, betont Anika Karoh, dass Umweltschutz auch bei vielen zuhause nicht ernst genommen werde. Ihr Anliegen ist es, dass sich die Menschen „über die Folgen des eigenen Handelns bewusst werden“. Sie ist in ihrer Pfarre auch als Jungschar-Betreuerin tätig und versucht, auch die Jungschar-Kinder für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Ihnen allen ist es wichtig, dass Klimabildung auch im Unterricht mehr Eingang findet.

Die meisten Schüler haben bislang aus der Oberstufe an den Demos teilgenommen. Bei einer der Demos waren in mancher Oberstufen-Klasse nur eine Handvoll Schüler in der Schule. Thomas Gausterer aus der vierten Klasse ist der einzige Schüler aus der Unterstufe, der dabei war. „Aus der Unterstufe haben viele im letzten Moment einen Rückzieher gemacht“, erzählt Gausterer. Man könne von Glück sprechen, wenn auch die Eltern das Anliegen unterstützen, meint Pober.

Von offizieller Schulseite ist es mit der Unterstützung nämlich nicht weit her. Ein Erlass des Präsidialleiters der Bildungsdirektion lässt da kaum Spielraum zu. Demzufolge sind jene Stunden, die die Schüler auf den Klima-Demos verbringen als unentschuldigt zu werten. Und das kann letztendlich nicht nur in einer Betragensnote münden: Wer fünf Tage im Jahr unentschuldigt fehlt, wird ex lege vom Schulbesuch abgemeldet. Dem muss sich auch Direktor Matthias Schön fügen: „Wir müssen den Erlass der Bildungsdirektion umsetzen.“