Erfolg: Bioanlage liefert Gas für 3.400 Autos. Die Brucker Anlage bringt seit 2014 Biogas auf Biomethan-Qualität und speiste seither 100 GWh ins Erdgasnetz ein.

Von Susanne Müller. Erstellt am 18. Juli 2018 (05:38)
Müller
Das hochtechnische Innenleben der Biogasanlage Bruck: Hier wird Biogas zu Erdgas aufgewertet und ins Netz eingespeist.

Was derzeit von Politik und Großunternehmen intensiv diskutiert wird, wird in der Brucker Biogasanlage bereits seit 2007 praktisch umgesetzt.

Damals wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes begonnen, das aus Abfällen erzeugte Biogas auf Erdgasqualität zu bringen, um es als Biomethan in das Erdgasnetz einspeisen zu können. Im Herbst 2014 erfolgte dann die erfolgreiche Umstellung von der hauptsächlichen Strom-/Wärmeproduktion zur Biomethangewinnung.

Jetzt, nur etwa dreieinhalb Jahre nach Inbetriebnahme der Gasaufbereitungsanlage konnten bereits 100 Gigawattstunden Energie in Form von hochreinem Gas in das Erdgasnetz eingespeist werden. Das Team der Biogasanlage feierte die 100. Gigawattstunde Biomethan mit Vertretern der Branche im kleinen Rahmen.

Bestechende Alternative für Transport-Sektor

„Gas besticht vor allem durch seine Speicherbarkeit, den einfachen Transport auf Grund des gut ausgebauten Gasnetzes und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Denn Gas kann je nach Bedarf zu Strom oder zu Wärme umgewandelt werden“, erklärt Norbert Koller vom Energiepark Bruck. Aber vor allem im Transportsektor stelle der Energieträger eine komfortable Alternative zu anderen Antrieben dar. Mit Biomethan fährt man weite Strecken sowohl mit LKW als auch mit PKW CO2-neutral. Ebenfalls von großer Bedeutung sei die Tatsache, dass die meisten Gasfahrzeuge bereits die Anforderungen der Abgasnorm Euro 6d erfüllen.

Beim Energiepark zeigt man sich überzeugt, dass man gerade im Transport-Bereich auf diese Alternative setzen könnte, um sich den Klimazielen rascher anzunähern. „Dank Wind- und Sonnenenergie kann bereits ein erheblicher Anteil des Stromsektors grün versorgt werden. Und auch für den Wärmebereich gibt es mit Biomasse einen CO2-neutralen Energieträger. Der Transportsektor hinkt den Vorgaben jedoch noch stark hinterher“, so Koller.

In Bruck gab es bis vor kurzem eine Gastankstelle. Diese wurde, wie die NÖN berichtete, vom Betreiber EVN allerdings eingestellt (siehe dazu auch Bericht auf Seite 5).

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