Erste Pläne für die Synagoge. Architekt soll Entwicklungsstudie für das mittelalterliche Gebäude, das sich seit 2014 im Gemeindebesitz befindet, erstellen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 11. November 2018 (03:48)
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Oben: Bürgermeister Gerhard Weil.Links: Der Großteil der Synagoge geht etwa auf das Jahr 1300 zurück.
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Sie ist ein kunstgeschichtlicher Schatz, der Jahrzehnte lang im Hinterhof der Schillerstraße 9 lag, da sind sich Experten einig: Die Synagoge, die seit dem Rathaus-Umbau über den Rathaus-Hof sichtbar und zugänglich ist, wird sowohl kunsthistorisch als auch in Anbetracht des guten Gebäudezustands als außergewöhnlich eingestuft. Auf Initiative von Ex-Bürgermeister Richard Hemmer (SP) wurde sie im Dezember 2014 von der Stadtgemeinde angekauft. Jetzt soll ein konkreter Plan für ihre Restaurierung erstellt werden.

Bürgermeister Gerhard Weil.
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Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt drei Architekten eingeladen, ein Anbot für eine Entwicklungsstudie für die Synagoge zu erstellen. Der Gemeinderat hat mittlerweile die Studie in Auftrag gegeben. „Ziel ist es, eine Nutzung der Synagoge unter gewissen Rahmenbedingungen zu ermöglichen“, sagt SP-Bürgermeister Gerhard Weil. Konkret soll nun eine Befundung des historischen Bauwerks stattfinden und geklärt werden, wie die Restaurierung vonstattengehen soll – „auch im Hinblick auf eine künftige Nutzung“, sagt Weil. Ideen dafür gibt es bereits. Angedacht seien etwa kleine, aber feine Kulturveranstaltungen, wie Lesungen oder Konzerte.

Außenbereich soll mitgestaltet werden

Im Zuge der Studie soll auch ein Vorschlag für die Gestaltung des Außenbereichs erstellt werden.

Ein Seiteneingang der mittelalterlichen Synagoge.
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„Und es wird wahrscheinlich eine statische Vorprojektierung notwendig sein“, meint Weil. Das Dach samt Regenabfluss wurde bereits erneuert. „Jetzt geht es um das Mauerwerk“, sagt Weil, der betont, dass es „offensichtlich wertvolle Steinschlichtungen“ gebe, die man im Zuge der Restaurierung wahrscheinlich sichtbar lassen werde. Zudem soll die Geschichte des Gebäudes im Inneren dokumentiert werden.

Über die Kosten könne man derzeit noch keine Schätzung abgeben. Im Mittelfristplan für die nächsten Jahre seien aber bereits Mittel für die Restaurierung der Synagoge vorgesehen.