Ex-VP-Mandatare geben Gas

Angeführt vom ehemaligen VP-Stadtrat Felix Böhm treten zehn Personen als Bürgerliste an.

Erstellt am 18. Dezember 2019 | 06:00
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Das Führungsteam der neuen „Bürgerliste Bruck-Wilfleinsdorf“: Siegfried Steurer-Thimm, Sprecher und Spitzenkandidat Felix Böhm und Franz Wenzel.
Foto: Müller

Die ersten Auslöser habe es bereits im Sommer gegeben. „Da wurde ich beim Rot-Kreuz-Sommerfest von einigen Leuten angesprochen, ob ich nicht mit einer eigenen Liste kandidieren will“, erzählt Felix Böhm. Der ehemalige VP-Stadtrat und Vizebürgermeister führt nun die „Bürgerliste Bruck-Wilf leinsdorf“, kurz LBW, an. Mit ihm auf der Liste sind einige langjährige Mitstreiter aus der Brucker ÖVP: Auf Platz zwei Franz Wenzel, gefolgt vom derzeit fraktionslosen früheren VP-Stadtrat Siegfried Steurer-Thimm.

Das Führungstrio gehört zu jenen, die mit der aktuellen Brucker ÖVP seit Jahren im Clinch liegen. „Es hat mich schon sehr beunruhigt, dass sie (die ÖVP) Siegfried Steurer-Thimm als Bündeobmann einfach ausgeschlossen haben und auch, dass von der Bezirkspartei kein Einlenken kam“, betont Franz Wenzel. „Wenn mich Leute, die lange bei der ÖVP sind, fragen, was sie wählen sollen, dann hatte ich keine Antwort mehr für sie“, so Wenzel. Dass sie der Meinung sind, dass in der Stadtpartei nichts weitergehe, sei daher auch „ein Puzzlestein“ für die Entscheidung gewesen, sich auf eigene politische Beine zu stellen. Die sollen allerdings keineswegs eine „Splittergruppe“ der ÖVP sein, wie Steurer-Thimm betont.

"Wir wollten Leute, die etwas machen wollen"

„Wir sind eine überparteiliche Bürgerliste. Wir wollten Leute haben, die für Bruck und Wilfleinsdorf etwas machen wollen. Wir sind offen für alle, die sich engagieren wollen“, so Böhm, der sich mit der nunmehrigen Mischung aus politisch Erfahrenen und Neulingen zufrieden zeigt. Und auch bei der Bevölkerung sei das bisher gut angekommen. „Wir haben binnen weniger Tage 140 Unterstützungserklärungen beisammen gehabt. Es gab sogar Leute, die uns angerufen haben und von sich aus angeboten haben, uns zu unterstützen“, so Böhm. Dass er nun als Spitzenkandidat antrete, obwohl er das früher bei der ÖVP kategorisch abgelehnt hatte, habe sich „so ergeben. Der Wunsch der Gruppe war da“, betont Böhm, der auch Sprecher der LBW ist, dass er immer versucht habe, mit allen Fraktionen zusammenzuarbeiten und das auch in Zukunft so handhaben wolle.

Erklärtes Ziel sei es, in den Gemeinderat zu kommen. Gelingt das, so wolle man etwas aufbauen, das nachhaltig Bestand habe.

Die Themen seien dabei breit gefächert und reichen von Verkehr über Sicherheit und Umwelt bis zu Jugend. Tatsächliche Wahlwerbung will die LBW erst nach den Feiertagen machen. Aber: „Wir stehen nicht für einen Angriffs-Wahlkampf“, betont Steurer-Thimm. ÖVP-Mitglieder wollen die früheren VP-Mandatare bis auf weiteres jedenfalls bleiben.

Wer sonst noch für die Bürgerliste kandidiert und wie man bei der ÖVP auf die neue Entwicklung reagiert, das lesen Sie in der Printausgabe der Brucker NÖN oder im E-Paper.