Fazit: Integration ist lohnende Investition. Bruck war eine von drei österreichischen Städten, die in Brüssel auf internationaler Ebene über Integration diskutierten.

Von Susanne Müller. Erstellt am 06. Dezember 2017 (05:01)
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Helga Longin, Roman Kral, Katharina Benedetter von IOM und Josef Newertal bei der Konferenz in Brüssel.
privat

Bruck war eine jener Städte, die sich in der Vorwoche in Brüssel bei einer Konferenz der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mit dem Umgang von Städten mit Zuzug und Migration befassten. Neben Tulln und Klosterneuburg waren darüber hinaus Städte wie Florenz, Mailand, Neapel, Bari, Bukarest, Cluj (Klausenburg), Warschau, Posen und Breslau vertreten. Der Konferenz war ein internationales Projekt der IOM vorangegangen, an dem Städte aus Italien, Polen, Rumänien und Österreich teilnahmen.

Während Großstädte üblicherweise kontinuierlich mit Migration konfrontiert sind, lag bei den österreichischen Gemeinden der Fokus speziell auf den Herausforderungen, die durch die Fluchtbewegung im Jahr 2015 entstanden waren. Dazu fanden in Bruck bereits während der Projektphase Workshops von IOM statt. So zeigte sich auch, dass größere Kommunen in Sachen Migration und Integration auf vorhandene Strukturen und Erfahrungen zurückgreifen können, während kleine und mittelgroße Städte diese erst mit Freiwilligen und NGOs aufbauen mussten.

"Die Aufgabe ist bewältigbar"

Helga Longin vom Verein „Unser Bruck hilft“, die Bruck gemeinsam mit Grün-Gemeinderat Roman Kral und SP-Stadtrat Josef Newertal bei der Konferenz vertrat: „Für uns und unsere Stadt Bruck zum Beispiel war das Projekt auch als Standortbestimmung sehr wichtig. Wo stehen wir, wie gehen andere Städte mit der Herausforderung um, wie können wir uns national und international auch in Zukunft vernetzen, um als Stadt die Aufgaben für alle hier lebenden Menschen bestmöglich zu meistern?“

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass effektive und faire Integrationsmaßnahmen soziale und finanzielle Investitionen sind, die sich auf lange Sicht für die Gemeinden lohnen. „Die Aufgabe ist bewältigbar, wenn alle Player vor Ort zusammenspielen“, so Kral.

Für Österreich äußerten die Teilnehmer den Wunsch nach transparenten Strukturen bei der Integrationsarbeit und alternativen Bildungswegen für Personen, denen der reguläre Bildungsweg verschlossen bleibt. Wesentlich seien auch klare Zuständigkeiten sowie der politische Wille und finanzielle Mittel für die nötigen Maßnahmen.