Flughafen-Spange: Ruf nach Infos wird lauter

Brucks Bürgermeister Gerhard Weil betont die Vereinbarung, dass nur in Absprache mit ÖBB und den Ländern informiert wird.

Erstellt am 15. Dezember 2021 | 05:44
Lesezeit: 2 Min
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Die Zukunft des Brucker Bahnhofs ist derzeit viel diskutiert.
Foto: ÖBB/Zenger

Die Idee, für die Flughafen-Spange einen zusätzlichen Bahnhof westlich von Bruck zu errichten ( die NÖN berichtet ), ruft nun auch Grünen-Gemeinderat Roman Kral auf den Plan. Wenn der neue Bahnhof zukünftig als Knotenpunkt den derzeitigen Brucker Bahnhof ablösen sollte, kann er dem Vorhaben nichts abgewinnen.

„Man will es den Leuten möglichst einfach machen, mit dem Auto von daheim zum Bahnhof zu kommen“, schlussfolgert Kral wenig erfreut. Vor allem ist für ihn die Begründung nicht nachvollziehbar. „Nur weil man eine Stunde am Tag etwas mehr Verkehr am Raffeisengürtel hat, die Position des zentralen Bahnhofs in Bruck aufzugeben, ist eine Verkehrspolitik wie vor 20 Jahren“, kritisiert Kral.

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Bestehender Bahnhof sollte zum Drehkreuz für alle Pendler werden

Er ist vielmehr der Auffassung, dass der derzeitige Brucker Bahnhof zum Drehkreuz für alle Pendler werden sollte. Allerdings räumt Kral ein, sei das Hauptproblem der Mangel an Informationen. Man könne sich also nur aufgrund unzureichender Infos eine Meinung bilden.

„Es ist demokratiepolitisch unhaltbar, dass der Bürgermeister die Bevölkerung nicht informiert. Das ist ein Stillschweigegelübde zum Nachteil der Bevölkerung“, ist Kral überzeugt. Es blieben derzeit viele Fragen unbeantwortet. „Wird es Enteignungen geben, wird dann vierspurig durch die Stadt gefahren, was sind die Vorteile eines zusätzlichen Bahnhofs?“, nennt Kral gleich ein paar davon.

Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) betont allerdings einmal mehr: „Es gibt eine Geschäftsvereinbarung zwischen den Bürgermeistern, den Ländern und den ÖBB, dass man nur gemeinsam Informationen hinausgibt.“ Derzeit werde am Korridor gearbeitet.

Am Dienstag (nach Redaktionsschluss) fand nach mehreren Monaten Corona-bedingter Pause wieder ein Runder Tisch statt. „Ich halte mich an die Spielregeln. Damit kann ich mehr erwirken, als wenn ich mit der Brechstange reinfahren würde“, ist Weil überzeugt.

„Ich versuche alles, um die bestmögliche Lösung für Bruck und Wilfleinsdorf herauszuholen. Fakt ist, der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden.“ Und es sei wohl besser, wenn man mit dem E-Auto die kurze Strecke zum Bahnhof zurücklegt und dafür die großen Distanzen mit dem Zug.

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